Ölpreis klettert auf 78,50 US-Dollar
Die erneuten militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran treiben den Ölpreis in die Höhe. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August stieg um 5,85 Prozent auf 78,50 US-Dollar. Dies berichtet die Funke Mediengruppe unter Berufung auf aktuelle Marktdaten. Deutsche Autofahrer dürften dies bald an der Zapfsäule zu spüren bekommen, da die Rohölpreise direkt auf die Benzin- und Dieselpreise durchschlagen.
Experte: „Spritpreise werden jetzt wieder anziehen“
Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der Bank ING, sagte dieser Redaktion: „Die Spritpreise werden jetzt wieder anziehen.“ Man müsse abwarten, wie sich die Situation entwickelt. „Aber die Gefahr ist groß, dass die Unruhen zurück sind. Und damit auch steigende Ölpreise“, warnt der Ökonom. Kurz zuvor war der Tankrabatt der Bundesregierung ausgelaufen, was die Preise bereits belastet hatte.
Energieexpertin warnt vor steigenden Flugpreisen
Auch Claudia Kemfert, Energie- und Verkehrsexpertin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), blickt pessimistisch auf die Entwicklung. „Wenn die Lage weiter eskaliert oder Transportwege im Persischen Golf gefährdet werden, kann das sehr schnell an der Zapfsäule sichtbar werden.“ Sie warnt zudem vor steigenden Flugticketpreisen: „Steigende Öl- und Kerosinpreise erhöhen den Kostendruck auf Airlines. Nicht jedes Ticket wird sofort teurer, aber bei anhaltender Krise dürften Flugpreise steigen.“
Hoffnung auf Rückkehr an Verhandlungstisch
ING-Ökonom Brzeski mahnt jedoch auch zur Ruhe. Er geht davon aus, dass nach einer kurzen Phase neuer militärischer Aktionen beide Seiten wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren werden. Dann dürften auch die Öl- und Spritpreise wieder fallen. Brzeski schränkt jedoch ein: „Für einige deutsche Urlauber könnten die Ferien dann allerdings schon wieder vorbei sein.“



