Spritpreise steigen vor Ende des Tankrabatts deutlich an
Spritpreise steigen vor Ende des Tankrabatts an

Am Dienstag, dem letzten Tag des Tankrabatts, sind die Spritpreise in Deutschland deutlich gestiegen. Zur Mittagszeit, dem einzigen Zeitpunkt, an dem Tankstellen die Preise erhöhen dürfen, legte Diesel im bundesweiten Durchschnitt um 24 Cent pro Liter zu, Super E10 um 20,3 Cent. Das teilte der ADAC mit. Damit liegen die Anstiege nur knapp unter den bisherigen Rekordsprüngen.

Bereits sechster Anstieg in Folge

Bereits in den vergangenen Tagen hatten die Preise angezogen. Im Tagesdurchschnitt des Montags kostete Super E10 1,861 Euro pro Liter, 1,6 Cent mehr als am Sonntag. Diesel verteuerte sich um 1,9 Cent auf 1,784 Euro pro Liter. Für beide Kraftstoffe war es der sechste Anstieg in Folge – obwohl der Rohölpreis im selben Zeitraum nachgab.

Der ADAC kritisierte die Entwicklung scharf: „Der aktuelle Anstieg der Kraftstoffpreise ist aus Sicht des ADAC nicht gerechtfertigt. Der Rohölpreis steigt aktuell nicht. Daher bestätigt sich die Vermutung des ADAC, dass die Mineralölkonzerne bereits vor dem Ende des Tankrabatts die bevorstehende Steuererhöhung einpreisen.“

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12-Uhr-Regel und ungewöhnlich große Unterschiede

Wegen der 12-Uhr-Regel dürfen Tankstellen ihre Preise nur mittags erhöhen. Der Tankrabatt läuft zwar um Mitternacht aus, das gilt aber nur für ab dann geliefertes Benzin. Nun deuten die Preissprünge darauf hin, dass die Erhöhung bereits vor dem Ende des Rabatts begonnen hat. Am Mittwochmittag dürfte der Sprung noch einmal deutlich kräftiger ausfallen. Auffällig sind zudem ungewöhnlich große Unterschiede zwischen den Tankstellen: Manche hoben die Preise nur moderat an, andere sehr stark.

Lange Schlangen an Tankstellen

Viele Autofahrer nutzten am Dienstag die Gelegenheit, noch einmal vergleichsweise günstig zu tanken. Am späten Vormittag bildeten sich teilweise lange Schlangen an Tankstellen. Da die Preise seit Einführung der 12-Uhr-Regel erfahrungsgemäß um 12 Uhr deutlich steigen, davor aber am niedrigsten sind, tankten viele noch vor der Mittagserhöhung.

Kartellwächter warnt Mineralölkonzerne

Der Tankrabatt gilt seit Anfang Mai und senkte die Steuern auf Benzin und Diesel um 16,7 Cent pro Liter. Die Tankstellen sind nicht verpflichtet, diese Senkung weiterzugeben, doch die Branchenverbände en2x und bft betonten stets, dass dies erfolgt sei. Die Monopolkommission und das Ifo-Institut sahen in Untersuchungen jedoch Defizite bei der Weitergabe.

Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, warnte die Mineralölbranche vor unverhältnismäßig hohen Preisaufschlägen: „Unternehmen dürfen die Situation nicht dazu nutzen, Preiserhöhungen vorzunehmen, die sich sachlich nicht rechtfertigen lassen. Entsprechenden Hinweisen werden wir konsequent nachgehen.“

Mundt stellte zudem fest, dass der Tankrabatt nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben wurde. „Der Tankrabatt ist zwar weitergegeben worden. Aber er ist aus unserer Sicht eben nicht zu 100 Prozent weitergegeben worden“, sagte er. Eine genaue Zahl nannte er nicht, da die Zahlen der letzten Tage noch nicht validiert seien.

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