Stromrechnung senken: Finanztip rät zu Bonus-Hopping
Stromrechnung senken: Finanztip rät zu Bonus-Hopping

Rund 6,7 Millionen Haushalte haben im vergangenen Jahr ihren Stromanbieter gewechselt, wie die Bundesnetzagentur meldet. Doch nach Schätzungen des Geldratgebers Finanztip zahlen noch immer mindestens zwölf Millionen Haushalte zu hohe Strompreise – viele davon in der teuren Grundversorgung. Ein Wechsel kann einem typischen Dreipersonenhaushalt aktuell knapp 300 Euro pro Jahr ersparen.

Grundversorgung: 29 Prozent der Haushalte zahlen zu viel

Wer nie selbst einen günstigen Tarif abgeschlossen hat, landet automatisch in der Grundversorgung des örtlichen Versorgers. Laut einer Finanztip-Anfrage bei der Bundesnetzagentur betrifft das zuletzt 29 Prozent der Haushalte. Die Grundversorgung kostet im Schnitt fast 41 Cent pro Kilowattstunde (kWh), während die günstigsten von Finanztip empfohlenen Tarife nur gut 31 Cent/kWh verlangen.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) beziffert den durchschnittlichen Strompreis in Deutschland auf 37 Cent/kWh – auch das ist deutlich mehr als nötig. In der Grundversorgung gilt eine Kündigungsfrist von nur zwei Wochen, ein Wechsel ist also jederzeit möglich.

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Finanztip filtert "schwarze Schafe" aus

Im Finanztip-Stromvergleich erscheinen nur Tarife mit verbraucherfreundlichen Konditionen. Die Redaktion schließt Anbieter aus, die durch Klagen von Verbraucherzentralen, Aufsichtsverfahren der Bundesnetzagentur oder Verstöße gegen Verbraucherrechte negativ aufgefallen sind.

Bei der Tarifwahl kommt es auf Vertragslaufzeit und Neukundenbonus an. Finanztip empfiehlt eine erste Laufzeit von zwölf bis 24 Monaten, danach ist der Vertrag monatlich kündbar. Kürzere Laufzeiten bieten Flexibilität, längere mit Preisgarantie mehr Sicherheit.

Bonus-Hopping: Der Schlüssel zu maximaler Ersparnis

Aktuell locken viele Anbieter mit Wechselprämien von 200, 300 oder sogar über 400 Euro. Diese Boni machen Tarife im ersten Jahr besonders günstig, verdecken aber oft höhere Grundpreise. Wer diszipliniert jedes Jahr neu vergleicht und die Bonusauszahlung im Blick behält, kann mit "Bonus-Hopping" am meisten herausholen: einfach zum nächsten Jahrestarif mit hohem Bonus wechseln, sobald die Mindestlaufzeit endet.

Dabei sollten Verbraucher die Bonusbedingungen genau lesen: Wer kürzlich schon Kunde war, bekommt oft keinen Bonus. Sofortboni werden nach einigen Wochen ausgezahlt, Neukundenboni nach zwölf Monaten Belieferung.

Langfristig günstige Tarife ohne Bonus finden

Wer den Aufwand des Bonus-Hoppings scheut, sollte im Vergleichsportal die Option "ohne Bonus" wählen. Dann stehen Tarife ganz oben, die auch ohne Bonus langfristig günstig sind. Zudem sollten Wechsler auf die Sortierung achten: Manche Portale zeigen gesponserte oder "beliebte" Tarife zuerst an – besser ist die Sortierung nach "günstigster Preis", wie Finanztip sie transparent anbietet.

Für den Tarifvergleich benötigt man Postleitzahl und jährlichen Stromverbrauch, der auf der letzten Stromrechnung steht. Dort finden sich auch Kundennummer und Marktlokations-ID (MaLo-ID) oder Stromzählernummer. Meist kann der neue Anbieter die Kündigung des alten Vertrags übernehmen. Und falls beim Wechsel etwas hakt, springt der Grundversorger ein – die Stromversorgung ist jederzeit gesichert.

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