Immer mehr Menschen entdecken die Vorteile einer bewussten Smartphone-Pause. Der Trend zum Digital Detox gewinnt an Bedeutung, wie ein aktueller Beitrag der Berliner Morgenpost zeigt. Experten bestätigen: Wer das Handy öfter in der Tasche lässt, kann Konzentration und Wohlbefinden steigern.
Studien belegen positive Effekte
Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom aus dem Jahr 2023 nutzen 89 Prozent der Deutschen ein Smartphone. Im Durchschnitt verbringen sie rund zwei Stunden täglich damit. Doch viele berichten von Konzentrationsschwierigkeiten und Stress durch die ständige Erreichbarkeit. Eine Studie der University of Texas ergab, dass allein die Anwesenheit des Smartphones – selbst wenn es ausgeschaltet ist – die kognitive Leistungsfähigkeit beeinträchtigen kann.
„Das Telefon kann auch mal in der Tasche bleiben“, betont die Autorin des Beitrags, Ulrike Borowczyk. Sie plädiert für mehr Achtsamkeit im Umgang mit digitalen Geräten. „Es geht nicht darum, das Smartphone komplett zu verteufeln, sondern bewusste Pausen zu schaffen“, so Borowczyk.
Praktische Tipps für den Alltag
Experten empfehlen, feste Zeiten für den digitalen Konsum einzuplanen. So könne man etwa während des Essens oder vor dem Schlafengehen das Handy beiseitelegen. Auch das Abschalten von Benachrichtigungen hilft, die ständige Ablenkung zu reduzieren. „Schon eine Stunde ohne Smartphone kann einen Unterschied machen“, sagt die Psychologin Dr. Julia Scharnhorst von der Universität Mainz. „Viele Nutzer berichten von mehr Ruhe und besserem Schlaf, wenn sie abends das Handy ausschalten.“
Der Trend zeigt sich auch in der Wirtschaft: Immer mehr Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Digital-Detox-Workshops an. Die Nachfrage nach solchen Angeboten sei in den letzten zwei Jahren um 30 Prozent gestiegen, so die Unternehmensberatung Deloitte.
Kritik an ständiger Erreichbarkeit
Kritiker der ständigen Smartphone-Nutzung weisen auf die negativen Folgen hin. Eine Studie der Universität Bonn aus dem Jahr 2022 belegt, dass übermäßiger Handykonsum zu Schlafstörungen und sozialer Isolation führen kann. „Wir müssen lernen, wieder präsent zu sein – im Gespräch, in der Natur, im Moment“, mahnt Borowczyk. Sie selbst praktiziert regelmäßig digitale Auszeiten: „Wenn ich mit Freunden verabredet bin, bleibt das Telefon in der Tasche. Das tut der Beziehung gut.“
Die Morgenpost ruft ihre Leser dazu auf, einen Selbstversuch zu wagen: „Legen Sie Ihr Smartphone für einen Tag beiseite und beobachten Sie, wie es Ihnen geht.“ Die Resonanz auf solche Aktionen sei durchweg positiv, so die Zeitung.



