Trinkgeld-Druck: Verbraucherschützer kritisieren Kartenlesegeräte
Trinkgeld-Druck: Verbraucherschützer kritisieren Kartenlesegeräte

Trinkgeld-Druck an der Kasse: Verbraucherschützer schlagen Alarm

Der Chef der Brandenburger Verbraucherzentrale, Christian Rumpke, wollte lediglich zwei Kaffee an einem Imbissstand kaufen. Der Rechnungsbetrag von 6,90 Euro sollte per Kreditkarte beglichen werden. Doch der Touchscreen des Kartenlesegeräts forderte ihn zunächst auf, ein Trinkgeld auszuwählen. Die günstigste vorgeschlagene Option betrug 69 Cent – exakt zehn Prozent des Rechnungsbetrags. Für Rumpke ein klares Zeichen, dass die Freiwilligkeit des Trinkgelds zunehmend unter Druck gerät.

Jahresbericht 2025: Mehr als nur Trinkgeld ärgert Verbraucher

Der Vorfall ist Teil des aktuellen Jahresberichts der Brandenburger Verbraucherzentrale für das Jahr 2025. Darin dokumentieren die Verbraucherschützer zahlreiche Beschwerden und Problemfälle. Neben dem Thema Trinkgeld standen auch alltägliche Produkte wie Ketchup und Würstchen im Fokus der Kritik. Die Verbraucherschützer beanstanden, dass Verbraucher häufig mit unerwarteten Kosten oder irreführenden Angeboten konfrontiert werden.

Kartenzahlung wird zum Ärgernis

Besonders die Praxis vieler Gastronomen, auf Kartenlesegeräten standardmäßig Trinkgeldoptionen vorzugeben, sorgt für Unmut. Rumpke betont, dass Trinkgeld eine freiwillige Anerkennung für gute Serviceleistungen sei und nicht durch technische Voreinstellungen erzwungen werden dürfe. Die Verbraucherzentrale fordert daher, dass Kartenlesegeräte neutral sein müssen und keine Vorschläge für Trinkgeldbeträge machen sollten.

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Verbraucherschutz fordert klare Regeln

Der Jahresbericht enthält zudem eine Reihe weiterer Kritikpunkte. So wurden etwa bei Imbissständen und in Supermärkten immer wieder unklare Preisangaben festgestellt. Auch die Kennzeichnung von Lebensmitteln, insbesondere bei verarbeiteten Produkten wie Würstchen, sei oft mangelhaft. Die Verbraucherschützer fordern von der Politik strengere Vorgaben, um die Rechte der Kunden zu stärken.

Fazit: Freiwilligkeit muss gewahrt bleiben

Der Bericht der Brandenburger Verbraucherzentrale macht deutlich, dass Verbraucher im Alltag immer wieder mit unlauteren Praktiken konfrontiert werden. Insbesondere das Thema Trinkgeld per Kartenlesegerät zeigt, wie technische Neuerungen genutzt werden können, um Kunden unter Druck zu setzen. Die Verbraucherschützer appellieren an die Gastronomie, auf solche Praktiken zu verzichten, und an die Politik, klare gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

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