Fast 6.000 illegale Waffen, mehr als 216.000 Schuss Munition und über 64 Kilogramm Sprengstoff sind im Rahmen einer halbjährigen Waffenamnestie in Tschechien abgegeben worden. Die Aktion lief von Anfang Januar bis Ende Juni 2025. Eine Polizeisprecherin gab die Bilanz bekannt. Die Bürger konnten ihre illegalen Waffen straffrei bei den Dienststellen abliefern.
Kuriositäten und historische Stücke
Unter den abgegebenen Waffen befanden sich zahlreiche Kuriositäten. Dazu zählt ein historischer Festungsmörser aus der Maginot-Linie, der zwischen 1930 und 1940 im Osten Frankreichs erbaut wurde. Die französischen Behörden bemühen sich um die Rückgabe dieses Stücks. Ein weiteres großes Exemplar war eine mehr als zwei Meter lange 4,7-cm-Festungs-Panzerabwehrkanone der Skoda-Werke, wie sie in Bunkern des Atlantikwalls verbaut wurde.
Im Gegensatz dazu steht die winzige Kolibri-Pistole, die in der östlichen Region Mährisch-Schlesien abgegeben wurde. Sie verwendet Patronen im Kaliber 2,7 Millimeter. Das Sammlerstück stammt aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts und ist eine Erfindung des österreichischen Uhrmachermeisters Franz Pfannl. Am Markt konnte sich die Pistole nicht durchsetzen.
Gefährliche Altlasten
Einige Fundstücke erwiesen sich als extrem gefährlich. Im April wurde in einer Wohnung im Prager Stadtteil Nusle eine sowjetische Granate aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Die Polizeisprecherin erklärte: „Wie sich herausstellte, war die Granate scharf und bereit, zu töten.“ Experten entschärften die Granate vor Ort und transportierten sie ab. Die Behörden empfehlen dringend, beim Auffinden von Kampfmitteln diese nicht zu berühren, an der Fundstelle zu belassen und die Polizei zu alarmieren.
Frühere Amnestien
Ähnliche Waffenamnestien gab es in Tschechien bereits in den Jahren 1996, 2003, 2009, 2014 und 2021. Die diesjährige Aktion zeigt erneut, wie viele illegale Waffen im Umlauf sind. Die Polizei hofft, durch solche Amnestien die Sicherheit zu erhöhen und gefährliche Waffen aus dem Verkehr zu ziehen.



