Berlin. Zwei Drittel der Deutschen sparen regelmäßig für das Alter. Dabei legen Männer (68 Prozent) und Frauen (67 Prozent) nahezu gleich oft Geld zur Seite. Dennoch klafft bei der Höhe der monatlichen Sparbeträge eine große Lücke zwischen den Geschlechtern – mit gravierenden Folgen für den Vermögensaufbau. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Vergleichsportals Verivox, die dieser Redaktion vorab vorlag.
Frauen sparen häufiger kleine Beträge
Frauen sparen wesentlich häufiger kleine Summen als Männer. 42 Prozent der Frauen legen maximal 100 Euro pro Monat zurück. Nur ein Viertel der Frauen spart mehr als 100 Euro monatlich. Bei den Männern zeigt sich ein ganz anderes Bild: Nur 13 Prozent investieren maximal 50 Euro pro Monat. 36 Prozent legen monatlich mehr als 100 Euro zurück, davon 18 Prozent zwischen 100 und 200 Euro und 12 Prozent sogar mehr als 200 Euro.
Sechsstellige Differenz durch geringere Sparraten
Wie gravierend die unterschiedlichen Sparraten sein können, zeigt eine Modellrechnung. Wer mit 30 Jahren monatlich 50 Euro in einen ETF-Sparplan investiert, zahlt bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren insgesamt 22.200 Euro ein. Bei einer konstanten Jahresrendite von 7,5 Prozent und Zinseszinseffekt wächst das Depot auf rund 112.600 Euro an. Bei einer monatlichen Sparrate von 200 Euro steigt das Vermögen dagegen auf 450.400 Euro. Der Unterschied beträgt fast 337.800 Euro. Nach Steuern bliebe eine Differenz von rund 288.000 Euro.
Auch bei späterem Einstieg bleiben die Unterschiede erheblich: Wer erst mit Anfang 40 zu sparen beginnt, erreicht rund 151.000 Euro weniger Vermögen. Startet die Altersvorsorge erst mit 50 Jahren, beträgt der Abstand immer noch rund 60.000 Euro.
Geringere finanzielle Spielräume als Ursache
Dass Frauen oft nur geringere Beträge sparen, ist meist keine bewusste Entscheidung, sondern die Folge geringerer finanzieller Spielräume. Niedrigere Einkommen, Teilzeit oder Erwerbsunterbrechungen erschweren es vielen, höhere Sparraten umzusetzen. Laut Verivox gab ein Drittel aller befragten Männer und Frauen an, überhaupt nicht zu sparen, weil ihnen das Geld fehlt.



