In Berlin sind viele Notwasserbrunnen, die im Katastrophenfall die Wasserversorgung sichern sollen, defekt. Laut einer Aufstellung der Berliner Umweltverwaltung auf Anfrage der Grünen-Abgeordneten André Schulze und Benedikt Lux gibt es in der Hauptstadt rund 2.000 solcher Brunnen, von denen 435 nicht funktionieren. Eine vollständige Liste legte die Verwaltung allerdings nicht vor.
Schwegelpumpen als Vorsorge für den Notfall
Die sogenannten Schwegelpumpen werden von Hand betrieben und sollen im Katastrophenfall pro Person 15 Liter Wasser pro Tag bereitstellen. Die meisten Brunnen stehen am Straßenrand und fördern Wasser aus einer Tiefe von bis zu 40 Metern, wie die Berliner Wasserbetriebe mitteilen, die für die Brunnen zuständig sind.
Keine Landesmittel für Reparaturen
Aus dem Berliner Landeshaushalt steht in diesem Jahr kein Geld für die Reparatur der defekten Anlagen zur Verfügung. Stattdessen werden Bundesmittel eingesetzt: Bislang wurden rund 446.494 Euro aus Bundesmitteln für die Instandsetzung aufgewendet, so die Umweltverwaltung.
Versorgungsengpässe in Randgebieten
Bei einem tatsächlichen Notfall könnten vor allem Menschen in den Randgebieten der Stadt von Versorgungsengpässen betroffen sein. Dort liegen die Brunnen oft weiter auseinander, sodass einzelne Brunnen ein größeres Gebiet abdecken müssen. Die Umweltverwaltung kündigte an, diese Gebiete bei künftigen Maßnahmen stärker zu berücksichtigen.
Die defekten Brunnen sind ein Problem für die Notfallvorsorge in Berlin. Ohne ausreichende Reparaturen könnte die Wasserversorgung in Krisensituationen gefährdet sein.



