ZDF-Kommentator Schmidt kritisiert Fifa wegen überteuerter Tickets scharf
Kurz vor Mitternacht wird es deutlich. Oliver Schmidt (54) kommentiert in der Nacht von Montag auf Dienstag im ZDF das WM-Spiel zwischen Uruguay und Saudi-Arabien. Die Partie beginnt um 17 Uhr Ortszeit in Miami im US-Bundesstaat Florida. Wenige Minuten vor dem Anpfiff platzt es aus Schmidt live im Fernsehen heraus – und er kritisiert die Fifa hart.
Schmidt blickt auf die Tribünen und sagt: „Leider, leider, leider – das hat keine Partie bei dieser Weltmeisterschaft verdient: einige Lücken auf den Zuschauerrängen. Über 60.000 passen hier ins Stadion der Miami Dolphins. Auch der Super Bowl hat hier stattgefunden. Tja, die Fifa bekommt die Quittung für die völlig überteuerten Tickets zu diesem Turnier.“
Der Kommentator fährt fort: „Fußball gehört den Fans! Nur bei der Fifa haben sie gedacht, hier können sie mal so richtig abschöpfen. Vielleicht ein bisschen naiv, und trotzdem habe ich die Hoffnung, dass die leeren Plätze die Männer in den Nadelstreifen zumindest mal zum Grübeln bringen werden.“
Schmidt ist für seine klaren Analysen bekannt und gehört zu den Kommentatoren-Aushängeschildern des ZDF. Seit 2010 sitzt er bei Großveranstaltungen wie Olympia sowie Fußball-EM und WM am Mikrofon. Bei den Fans ist er beliebt für seine Einsätze als Kommentator bei den Spielen der Nationalmannschaft.
Bereits beim WM-Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika (2:0) in Mexiko-City war Schmidt als Kommentator im Einsatz und erhielt hinterher gute Kritiken.
In der 13. Minute greift Schmidt das Thema Zuschauer erneut in der nächtlichen Übertragung auf: „Das Stadion hat sich mittlerweile doch ein bisschen mehr gefüllt, nicht ganz so schlimm wie auf den ersten Blick gedacht. Allerdings: Gegenüber sehen Sie es, beziehungsweise können Sie es erahnen in der Mitte – das sind wahrscheinlich die ganz wuchtigen Plätze –, die sind doch sehr leer. Und das ist einfach nicht schön! Denn auch wir haben in der Stadt Menschen getroffen, die gerne hingehen würden. Sie können sich das aber wie schon in Mexiko-City nicht mehr leisten. Das verändert auch das Publikum in den Stadien.“
Fifa peilt Rekordeinnahmen an
Die Fifa strebt einen neuen Rekord an: Mit Einnahmen zwischen 12 und 13 Milliarden Dollar soll so viel Geld fließen wie nie zuvor. Einen wichtigen Beitrag dazu sollen die Ticketverkäufe leisten. Wie teuer die Karten inzwischen sind, zeigt ein Bericht der Nachrichtenagentur Associated Press. Für Gruppenspiele starteten die Preise bei 140 US-Dollar (rund 121 Euro). Für das Finale am 19. Juli in New Jersey wurden Tickets der Kategorie 1 – die teuerste Kategorie für Plätze – zunächst ab 8.680 US-Dollar angeboten. Im April stieg der Preis auf 10.990 US-Dollar, im Mai kletterte er sogar auf 32.970 US-Dollar.



