Gastkommentar: Kann die EU ein Duell mit China wagen?
Kann die EU ein Duell mit China wagen?

Gastkommentar: China-Schock – Kann die EU ein Duell mit Peking wagen?

Die USA suchen den Dialog mit China, während Brüssel Schutzwälle und Strafzölle prüft. Der Geoökonomik-Experte Jonathan Hackenbroich mahnt: Die EU sollte ihr Abschreckungspotenzial genau prüfen, bevor sie die offene wirtschaftliche Konfrontation mit China riskiert.

Europa könnte bald die offene wirtschaftliche Konfrontation mit China riskieren – und das genau zu einem Zeitpunkt, zu dem die USA sich für eine solche Machtprobe zu schwach fühlen. Aus Brüssel kommt aktuell ein Vorschlag nach dem anderen, um Europas Industrie und Lieferketten vor unfairer chinesischer Konkurrenz, Überkapazitäten, wirtschaftlichem Zwang oder Sicherheitsrisiken zu schützen: von „Buy European“ bis Cybersicherheit und Lieferketteneingriffen.

Nun steht womöglich eine ‚Revolution‘ in der EU-Handelspolitik an, um eine ganze Reihe von (Unter-)Sektoren mit höheren Zöllen und womöglich einem neuen Zoll- oder Diversifizierungsinstrument vor dem Niedergang zu schützen. Der US-Präsident hat unterdessen seinen Handelsbeauftragten angewiesen, keine weiteren Zölle gegen China zu erheben – obwohl die USA angesichts der auch gegenüber anderen Handelspartnern erhöhten Schutzzölle in vielen Sektoren nicht ausreichend gegen Überkapazitäten geschützt sind.

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Dass Trump lieber einen bilateralen Deal mit Peking anstrebt, statt gemeinsam mit Europa zu agieren, ist ein strategischer Fehler. Aber Trump hat machtpolitisch einen Punkt, wenn er glaubt, dass er eine geoökonomische Konfrontation mit China verlieren würde. Die EU sollte daher vor einem Alleingang ihre eigenen Stärken und Schwächen realistisch bewerten.

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