Österreich sagt Mogelpackungen den Kampf an: Neues Gesetz mit hohen Strafen
Weniger Inhalt zum gleichen Preis – dieses Phänomen kennen Verbraucher in ganz Europa. Jetzt geht Österreich mit einem neuen „Anti-Mogelpackungs-Gesetz“ gegen diese Praxis vor. Ab April müssen große Supermärkte und Drogerien in Österreich bei reduzierter Füllmenge ohne Preissenkung für 60 Tage deutlich darauf hinweisen. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 15.000 Euro.
Was ist Schrumpflation und wie wird sie reguliert?
Experten bezeichnen das Phänomen als „Shrinkflation“ oder Schrumpflation – eine versteckte Preissteigerung durch schrumpfende Produktmengen. Das neue österreichische Gesetz verpflichtet Händler, bei solchen Waren einen verständlichen Hinweis anzubringen, beispielsweise: „Achtung: Weniger Inhalt – höherer Preis“. Die Regelung soll Verbraucher vor den Folgen der hohen Inflation schützen und für mehr Transparenz sorgen.
Ausnahmen und Kritik an der neuen Regelung
Es gibt jedoch Ausnahmen: Wenn der Hersteller selbst deutlich auf weniger Inhalt hinweist, entfällt die Kennzeichnungspflicht. Auch bei einem Grundpreisanstieg von weniger als drei Prozent müssen Händler nicht kennzeichnen. Die Wirtschaftskammer Österreich kritisiert die Bestimmung und warnt vor zusätzlicher Bürokratie, die paradoxerweise zu weiteren Preissteigerungen führen könnte. Einige Handelsketten wie die Rewe-Tochter Billa weisen bereits jetzt freiwillig auf Schrumpflation-Artikel hin.
Internationaler Vergleich und deutsche Pläne
In Frankreich, Rumänien und Ungarn gelten ähnliche Kennzeichnungspflichten bereits seit längerem. In Deutschland steht im Koalitionsvertrag der Bundesregierung der Satz: „Wir setzen uns für mehr Transparenz bei versteckten Preiserhöhungen ein.“ Konkrete gesetzliche Maßnahmen sind jedoch noch nicht beschlossen. Die österreichische Initiative könnte somit als Vorbild für deutsche Verbraucherschutzmaßnahmen dienen.
Politische Hintergründe und Verbraucherreaktion
Die österreichische Regierung, bestehend aus der konservativen ÖVP, der sozialdemokratischen SPÖ und den liberalen Neos, hat das Gesetz als Reaktion auf die anhaltend hohe Inflation eingeführt. Verbraucherschützer begrüßen die Maßnahme als wichtigen Schritt zur Stärkung der Verbraucherrechte. Die Diskussion über faire Preiskennzeichnung und transparente Verpackungsgrößen wird in ganz Europa intensiv geführt.



