Bauzinsen sinken im Juni nur bei zehnjähriger Laufzeit
Bauzinsen sinken nur bei zehnjähriger Laufzeit

Die Zinsen für Baufinanzierungen sind im Juni nahezu über alle Zinsbindungen hinweg gestiegen. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Immobilienplattform Immoscout24. Wer eine Baufinanzierung sucht, sollte die Entwicklung genau beobachten, denn schon kleine Zinsänderungen können die monatliche Belastung deutlich erhöhen. Lediglich bei einer Laufzeit haben die Banken ihre Konditionen gesenkt.

Bauzinsen im Juni: Nur zehnjährige Laufzeit günstiger

Die Bauzinsen haben sich auf breiter Front auf einem höheren Niveau stabilisiert. Was im Vormonat bei den langen Laufzeiten begann, gilt nun für das gesamte Laufzeitenspektrum. Einzige Ausnahme: Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung sind leicht günstiger geworden. Sie liegen laut Immoscout24 bei 3,85 Prozent, nach 3,88 Prozent im Vormonat. Das ist eine minimale Erleichterung, die im Gesamtbild jedoch kaum ins Gewicht fällt.

Besonders deutlich zeigt sich der Anstieg bei kurzen Zinsbindungen: Fünfjährige Darlehen kosten inzwischen 3,95 Prozent – nach 3,81 Prozent im Vormonat. Damit rückt auch dieses Segment nahe an die Vier-Prozent-Marke heran. Der stärkste Druck bleibt bei den langen Laufzeiten: Wer sich 15 Jahre absichern möchte, zahlt 4,16 Prozent (Vormonat: 4,11 Prozent), bei 20 Jahren sind es 4,19 Prozent (Vormonat: 4,12 Prozent). Der Abstand über der Vier-Prozent-Marke wächst damit weiter.

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EZB-Zinsentscheid und Ausblick

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat kürzlich den Leitzins erhöht. Doch die Auswirkungen auf die Bauzinsen sind begrenzt, da die Kapitalmärkte die Erhöhung bereits eingepreist hatten. „Für Kaufinteressierte bedeutet der Zinsschritt kein Grund zur Unruhe“, sagt Jörg Utecht, CEO des Kreditvermittlers Interhyp. Angesichts der konjunkturellen Schwäche im Euroraum sei der Spielraum für weitere Leitzinserhöhungen begrenzt. „Bei den Bauzinsen sehen wir aktuell eine Plateaubildung um rund 4 Prozent für zehnjährige Darlehen“, so Utecht. Kleinere Zinsbewegungen böten jedoch immer wieder gute Einstiegsmöglichkeiten.

Das aktuelle Interhyp-Bankenpanel zeigt ein klares Bild: Kurzfristig erwarten 75 Prozent der befragten Institute gleichbleibende Bauzinsen, 25 Prozent rechnen mit steigenden Zinsen. Langfristig gehen alle Experten von einem stabilen Niveau aus. „Ich rate Käuferinnen und Käufern mehr denn je zu einem umfassenden Bankenvergleich, denn die Unterschiede zwischen den einzelnen Instituten können sich spürbar unterscheiden“, so Utecht.

Beste Bauzinsen der Woche: günstigste Angebote im Vergleich

Ein konkretes Beispiel verdeutlicht die Unterschiede: Ein Paar möchte eine Bestandsimmobilie für 400.000 Euro kaufen und bringt 80.000 Euro Eigenkapital mit. Finanziert werden soll mit einer Zinsbindung von zehn Jahren und einer anfänglichen Tilgung von zwei Prozent. Die günstigsten Angebote kommen von Dr. Klein mit einem effektiven Jahreszins von 3,79 Prozent und einer monatlichen Rate von 1672 Euro, gefolgt von Interhyp mit 3,84 Prozent und 1687 Euro. Deutlich teurer sind DTW Immobilienfinanzierung mit 3,96 Prozent und 1717 Euro sowie Baufi24 mit 4,01 Prozent und 1733,60 Euro monatlich.

ING und Allianz senken Bauzinsen

Die ING hat ihre Konditionen für Baufinanzierungen erneut gesenkt. Für Darlehen ab 200.000 Euro gewährt die Bank einen Zinsrabatt von 0,10 Prozentpunkten. Das Angebot gilt für Neu- und Anschlussfinanzierungen und ist mit anderen Rabatten kombinierbar. Auch die Allianz hat zum Monatsstart ihre Bauzinsen gesenkt. Der gebundene Sollzins liegt bei 4,67 Prozent, der effektive Jahreszins bei 4,80 Prozent. Zudem gibt es einen Sollzinsrabatt für KfW-Darlehen in Kombination mit bestimmten Förderprogrammen für energieeffizientes Wohnen.

Kaufende stabilisieren monatliche Rate trotz steigender Bauzinsen

Laut einer Auswertung des Baufinanzierungsvermittlers Baufi24 ist der durchschnittliche effektive Jahreszins im Mai über die Vier-Prozent-Schwelle geklettert. Dennoch gingen die monatlichen Belastungen nur geringfügig nach oben. Grund dafür war, dass Kreditnehmende die durchschnittliche Darlehenssumme senkten und mehr Eigenkapital einbrachten. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote wuchs auf 27,4 Prozent. „Eine spürbare Entlastung bei Zinsen oder Immobilienpreisen ist kurzfristig nicht zu erwarten“, prognostiziert Baufi24-Geschäftsführer Oliver Kohnen.

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FAQ zu Bau-, Auto- und Ratenkrediten

Was ist ein Baukredit? Ein Baukredit ist ein Darlehen, das speziell für die Finanzierung von Bauvorhaben oder den Kauf von Immobilien vorgesehen ist. Die Zinssätze sind oft über einen längeren Zeitraum festgeschrieben, um Planungssicherheit zu gewährleisten.

Wie unterscheiden sich Auto- und Ratenkredite? Autokredite sind speziell für die Finanzierung von Fahrzeugen gedacht und bieten oft günstigere Zinssätze. Ratenkredite sind vielseitiger und können für verschiedene Konsumzwecke verwendet werden.

Welche Faktoren beeinflussen die Zinssätze für Kredite? Die Zinssätze werden von den Leitzinsen der EZB, der Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers und den spezifischen Konditionen der Bank beeinflusst.

Kann ich mehrere Kredite gleichzeitig haben? Ja, es ist möglich, mehrere Kredite gleichzeitig zu haben. Allerdings sollten Verbraucher ihre finanzielle Belastbarkeit prüfen und Angebote vergleichen.

Wie sicher sind Kredite bei verschiedenen Banken? In Deutschland sind Bankeinlagen bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank durch die Einlagensicherung geschützt. Für Kredite ist die Bonität des Kreditnehmers entscheidend.