Reformkommission stellt Renten-Revolution vor
Die von der Bundesregierung eingesetzte Reformkommission hat einen weitreichenden Umbau des deutschen Rentensystems vorgeschlagen. Der Bericht liegt nun vor und enthält konkrete Maßnahmen, um die langfristige Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung zu sichern. Kernpunkte sind ein späterer Renteneintritt, höhere Beiträge und die Einführung einer Aktienrente.
Späterer Renteneintritt und höhere Beiträge
Die Kommission empfiehlt, das Renteneintrittsalter schrittweise an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Konkret soll das Renteneintrittsalter bis 2040 auf 68 Jahre angehoben werden. Zudem sollen die Beiträge zur Rentenversicherung von derzeit 18,6 Prozent auf bis zu 22 Prozent des Bruttolohns steigen. Diese Maßnahmen sollen die Beitragssatzstabilität gewährleisten.
Aktienrente als neuer Baustein
Ein zentrales Element der Reform ist die Einführung einer Aktienrente. Die Kommission schlägt vor, einen Teil der Beiträge in einen kapitalgedeckten Fonds zu investieren, der am Kapitalmarkt angelegt wird. Langfristig soll so eine höhere Rendite erzielt werden. Der Staat soll den Fonds mit einem Startkapital von 10 Milliarden Euro ausstatten.
Auswirkungen auf Arbeitnehmer und Rentner
Für Arbeitnehmer bedeuten die Vorschläge höhere Abzüge vom Bruttolohn und ein späteres Renteneintrittsalter. Rentner müssen sich auf eine langsamere Rentenanpassung einstellen. Die Kommission betont jedoch, dass die Reform notwendig sei, um das System für künftige Generationen zu erhalten. „Ohne diese Maßnahmen droht eine Rentenlücke von bis zu 30 Prozent“, warnte ein Kommissionsmitglied.
Reaktionen aus Politik und Verbänden
Die Reaktionen auf die Vorschläge sind gemischt. Während die Bundesregierung die Reform als alternativlos bezeichnet, kritisieren Gewerkschaften die höheren Beiträge und den späteren Renteneintritt. Die Sozialverbände fordern eine stärkere Berücksichtigung von Geringverdienern. Die Opposition spricht von einer „Rentenlüge“ und fordert eine grundlegende Neuausrichtung.



