CSD in Nürnberg findet planmäßig statt
Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin halten die Veranstalter in Nürnberg an ihrem diesjährigen CSD fest. Der CSD stehe für eine offene, demokratische Gesellschaft, in der jeder Mensch frei und ohne Angst leben könne, teilte der Förderverein Christopher-Street-Day Nürnberg mit. „An dieser Haltung halten wir fest“, betonte der Verein.
Die Sicherheit aller Teilnehmenden habe höchste Priorität. Deshalb werden die Organisatoren in den kommenden Tagen gemeinsam mit der Stadt Nürnberg und der Polizei die aktuelle Lage erörtern und die bestehenden Sicherheitskonzepte überprüfen. Das diesjährige Motto lautet „Nürnberg liebt“.
Hintergrund: Anschlag in Berlin
Der CSD in Berlin war am Samstagabend abgebrochen worden, nachdem ein Auto am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren war. Eine Frau wurde getötet, 29 weitere Menschen wurden verletzt. Der Fahrer verließ laut Polizei das Fahrzeug, floh und wurde am Tag darauf bei einem Polizeieinsatz erschossen. Die Behörden gehen von einem islamistischen Hintergrund aus.
CSD Nürnberg Pride: Programm und Höhepunkte
Der CSD Nürnberg Pride findet heuer vom 22. Juli bis zum 9. August statt. Geplant sind dutzende Veranstaltungen in der Metropolregion zu queeren Themen wie Kunst und Kultur, Liebe und Gemeinschaft, Körper und Gesundheit. Am 8. August soll eine Demonstration in Nürnberg stattfinden. An demselben Tag und am darauf folgenden Tag ist das große Finale angesagt mit einem Bühnenprogramm und queeren Spätschoppen mit Weißwurst und Brezn.
Sicherheitsmaßnahmen in Bayern
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte am Wochenende angekündigt, die Sicherheitskonzepte für die bevorstehenden Veranstaltungen im Freistaat überprüfen zu lassen. Hinweise auf konkrete Anschlagspläne in Bayern gebe es derzeit nicht. Die Sicherheitsbehörden seien aber „hellwach und stehen im engen Austausch mit Bund und Ländern“, so Herrmann. In Bayern stehen in den kommenden Wochen zahlreiche CSDs an. Ein erster fand bereits am Sonntag in Mühldorf am Inn statt – ohne Zwischenfälle.
Reaktionen aus der Community
Die queere Community in Nürnberg zeigte sich solidarisch mit den Opfern des Anschlags in Berlin, ließ sich jedoch nicht einschüchtern. „Wir lassen uns unsere Sichtbarkeit und unseren Kampf für Gleichberechtigung nicht nehmen“, erklärte ein Sprecher des Fördervereins. Man baue auf die enge Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden, um den CSD zu einem sicheren und fröhlichen Ereignis zu machen.
Oberbürgermeister Marcus König (CSU) sicherte der Veranstaltung volle Unterstützung zu. „Nürnberg steht für Toleranz und Vielfalt. Wir werden alles tun, damit der CSD sicher und friedlich verlaufen kann“, sagte er.



