Kultfriseur Harry auf St. Pauli schließt nach 70 Jahren
Kultfriseur Harry auf St. Pauli schließt

Der Kultfriseursalon Harry an der Davidstraße 23 auf St. Pauli schließt nach über 70 Jahren seine Pforten. Der Salon, der einst den Beatles die legendären Pilzfrisuren schnitt, war eine Institution auf dem Kiez. Zuhälter, Taxifahrer und Prominente kamen gleichermaßen. Die Betreiber Ute Bickeleit (63) und Franz Stenzel (81) blicken auf eine bewegte Geschichte zurück.

Ein Stück Kiezgeschichte geht zu Ende

Harry wurde 1954 von Harry selbst gegründet. Schon bald wurde der Salon zum Treffpunkt für das bunte Völkchen des Hamburger Stadtteils. „Harry hat den Beatles die legendären Pilzfrisuren geschnitten“, erinnert sich Stenzel. Der Friseursalon war nicht nur ein Ort zum Haareschneiden, sondern auch ein sozialer Knotenpunkt. „Man lernt den Kiez nur richtig kennen, wenn man tagsüber dort arbeitet“, sagt Bickeleit.

Prominente Kunden und besondere Momente

Neben den Beatles kamen auch andere Berühmtheiten wie Boxer und Musiker. „Wir hatten Kunden aus allen Schichten“, so Stenzel. Der Salon war bekannt für seine gemütliche Atmosphäre und die persönliche Note. „Jeder Kunde war einzigartig“, fügt Bickeleit hinzu. Die Schließung markiert das Ende einer Ära für St. Pauli.

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Gründe für die Schließung

Die genauen Gründe für die Schließung wurden nicht genannt, aber es wird vermutet, dass die steigenden Mieten und der Wandel des Kiezes eine Rolle spielen. „Es ist traurig, aber irgendwann ist Schluss“, sagt Stenzel. Die Betreiber planen, in den Ruhestand zu gehen.

Reaktionen aus der Nachbarschaft

Viele Stammkunden zeigen sich bestürzt. „Harry war ein Teil meines Lebens“, sagt ein langjähriger Kunde. Die Nachricht verbreitete sich schnell auf dem Kiez. Einige hoffen, dass der Salon in neuer Form wiedereröffnet wird, doch die Betreiber sehen keine Zukunft mehr.

Ein Blick zurück

Ute Bickeleit und Franz Stenzel übernahmen den Salon vor Jahrzehnten. Sie haben viele Geschichten zu erzählen. „Einmal kam ein Zuhälter mit seinem ganzen Gefolge herein“, lacht Bickeleit. „Das war immer spannend.“ Der Salon war ein Mikrokosmos des Kiezes. „Hier traf sich alles, was Rang und Namen hatte“, ergänzt Stenzel.

Abschied von einer Legende

Die Türen des Salons werden nun endgültig geschlossen. „Es war eine schöne Zeit“, sagt Bickeleit. Die beiden Betreiber blicken dankbar zurück. „Wir haben viele Freunde gefunden.“ Der Kultfriseur Harry wird auf St. Pauli fehlen.

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