Munich Re prüft Umsatzziel in der Rückversicherung nach Preisrückgängen
Munich Re prüft Umsatzziel in der Rückversicherung

Die Rückversicherungspreise sind bei den jüngsten Vertragserneuerungen weiter gesunken, wie Munich-Re-Finanzvorstand Andrew Buchanan der „Börsen-Zeitung“ mitteilte. „Wir werden uns vernünftigerweise auf einen möglichen Preisrückgang auch im Juli einstellen“, sagte Buchanan. Bereits im Januar und April waren die Preise um rund drei Prozent gefallen.

Stabile Vertragsbedingungen trotz Preisrückgang

Buchanan betonte, dass die Vertragsbedingungen weiterhin stabil seien. Von einem „weichen Markt“ könne keine Rede sein. Ein solcher Markt liegt laut Experten vor, wenn das Angebot die Nachfrage deutlich übersteigt und die Prämien sinken, was das Geschäft für Rückversicherer unwirtschaftlich macht. „Wir und auch andere Rückversicherer stellen fest, dass die Renditen des Schaden- und Unfallgeschäfts noch weitgehend angemessen sind“, so Buchanan. Dies gelte auch für die Absicherung von Naturkatastrophen, einem traditionell wichtigen Geschäftsfeld.

Mögliche Anpassung des Umsatzziels

Buchanan deutete an, dass Munich Re das Umsatzziel für die Rückversicherung von bisher 40 Milliarden Euro in diesem Jahr zurücknehmen könnte. „Im Rahmen der Arbeiten für den Halbjahresabschluss werden wir sehr genau auf das Geschäft in der Pipeline für das dritte und vierte Quartal schauen“, erklärte er. Daraus werde sich ergeben, welche Prognose man abgebe. Bereits im ersten Quartal hatte Munich Re von einem stärkeren Marktdruck berichtet. Buchanan betonte jedoch, dass der Konzern nach Profitabilität und nicht nach Umsatz gesteuert werde. Die detaillierten Ergebnisse zum zweiten Quartal und zur Erneuerungsrunde im Juli will Munich Re am 7. August veröffentlichen.

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Aktienkurs unter Druck

An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an. Die Munich-Re-Aktie verlor am Dienstag zeitweise rund drei Prozent und zählte zu den Verlierern im Dax. Bei den Kapitalanlagen strebt Buchanan eine Rendite von 3,5 Prozent an, obwohl diese im ersten Quartal deutlich darunter gelegen hatte. „Ich erwarte im zweiten Quartal eine gewisse Aufholjagd, so wie ich es bereits nach dem ersten Quartal angekündigt hatte“, sagte er. In der zweiten Jahreshälfte wolle Munich Re mehr Gewinne aus Kapitalanlagen realisieren: „Wir rechnen mit einem zusätzlichen Potenzial aus begrenzten Veräußerungen von Vermögenswerten, die in unserem Plan vorgesehen, aber noch nicht umgesetzt sind.“

Stärkere Anbindung des Finanzbereichs an das operative Geschäft

Um mit den sinkenden Preisen in einigen Märkten der Schaden- und Unfallrückversicherung besser umzugehen, will Buchanan den Finanzbereich künftig noch stärker an das operative Geschäft anbinden. Finanzfachleute sollen den Kollegen, die Risiken prüfen und Vertragsbedingungen sowie Prämien aushandeln, eine analytische Faktenbasis für die Entscheidungsfindung bereitstellen. Zugleich soll der Finanzbereich schlanker, digitaler und effizienter werden. Ähnlich wie im Gesamtkonzern soll es zwar keinen Stellenabbau geben, aber wenn Mitarbeiter gehen, werde geprüft, ob und an welchem Standort sie ersetzt werden. In der Gruppe baue Munich Re die Präsenz in Polen und Indien aus.

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