Waldbrand in Chiemgauer Alpen: Feuerwehr vorsichtig optimistisch
Waldbrand in den Chiemgauer Alpen: Feuerwehr optimistisch

Seit Mittwochabend kämpfen mehrere hundert Feuerwehrleute gegen den Waldbrand in den Chiemgauer Alpen. Am Freitagmorgen zeigt sich die Einsatzleitung vorsichtig optimistisch. Nach Angaben des Feuerwehrsprechers Hubert Hobmaier hat sich das Feuer über Nacht nicht groß ausgebreitet. „Wir sind vorsichtig optimistisch, dass wir heute große Fortschritte machen werden“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Nur vereinzelt seien an den Rändern des Brandgebiets kleinere Ausbrüche aufgetreten.

Das Brandgebiet liegt in unwegsamem Gelände an einem Berggipfel bei Unterwössen, einer Gemeinde im Landkreis Traunstein in Oberbayern. Die Flammen haben seit Mittwochabend ein Waldgebiet erfasst, das für Einsatzfahrzeuge nicht direkt erreichbar ist. Die Feuerwehr setzt deshalb auf eine Kombination aus Bodentrupps und Hubschraubern. Am Donnerstag hatten die Helikopter entscheidend dazu beigetragen, die Lage zu stabilisieren.

Die Chiemgauer Alpen bilden den nordöstlichsten Teil der Alpen in Südbayern. Sie erstrecken sich zwischen Chiemsee und Salzach und sind ein beliebtes Ausflugsziel. Wegen der Höhenlage und längerer Trockenperioden ist die Waldbrandgefahr in den Sommermonaten nicht zu unterschätzen. Der aktuelle Brand zeigt, wie schnell sich ein Feuer im steilen Gelände ausbreiten kann.

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Löschflüge und Bodeneinsatz am Freitag

Auch am Freitag sollen wieder Löschhubschrauber starten, um Wasser über dem Waldgebiet abzuwerfen. Die Einsatzkräfte wollen parallel dazu am Boden weiter in Richtung Berggipfel vorrücken. Diese Taktik hat sich in den vergangenen Stunden bewährt. Die Herausforderung bleibt das unwegsame Terrain: Steile Hänge, dichter Bewuchs und abgelegene Stellen erschweren die Arbeit.

Die Bodentrupps müssen große Teile der Ausrüstung selbst über schwieriges Gelände tragen. Schläuche und Werkzeug werden in mühsamer Handarbeit von unten herangeschafft. Die Hubschrauber helfen dabei, Wasser gezielt über den heißen Bereichen abzulassen. So konnte die Feuerwehr das Feuer in Schach halten und verhindern, dass es sich weiter ins Tal ausbreitet.

Die Zusammenarbeit zwischen Piloten und Bodenkräften erfordert eine genaue Koordination. Über Funk wird jede Löschwasserabgabe abgestimmt, damit die Trupps am Boden nicht in den Wasserstrahl geraten. Auch die Position der Einsatzkräfte wird laufend aktualisiert, um im steilen Gelände die Übersicht zu behalten.

Glutnester am Boden: Gefahr für neue Brände

Die zahlreichen Glutnester am Boden stellen die Einsatzkräfte vor eine besondere Aufgabe. Sie können noch Tage später aus der Asche aufflammen, wenn sie nicht gründlich gelöscht werden. Der Feuerwehrsprecher betonte, dass Wind ein Wiederaufflammen des Brandes stark begünstigen könnte. Deshalb beobachten die Einsatzkräfte die Wetterlage sehr genau.

Die Strategie der Feuerwehr sieht vor, zunächst die Ränder des Brandgebiets zu sichern, um ein weiteres Ausgreifen der Flammen zu verhindern. Anschließend werden die Glutnester systematisch abgelöscht. Das erfordert viel Personal und Zeit, da das Gelände nur zu Fuß erreichbar ist. Jede Windbö kann die Situation in Sekunden wieder verschärfen.

Um die Glutnester zu finden, müssen die Einsatzkräfte den Boden an vielen Stellen freilegen. Immer wieder dringt Rauch aus dem Erdreich auf, weil sich die Hitze tief in den Boden gefressen hat. Diese verborgenen Brandherde sind besonders tückisch, weil sie von oben nicht sichtbar sind und dennoch jederzeit neue Flammen entfachen können.

Ein ungewöhnlicher Einsatz für die Region

Waldbrände sind in den Chiemgauer Alpen ein seltenes Ereignis. Die Region im Südosten Bayerns ist bekannt für ihre dichten Wälder, Almen und Wanderwege. Der aktuelle Brand bei Unterwössen hat auch Auswirkungen auf die Bevölkerung: Anwohner und Urlauber beobachten die Lage mit Sorge, auch wenn es bislang keine Hinweise auf eine Gefahr für Ortschaften gibt.

Der Brand ist bereits am Mittwochabend ausgebrochen. Seitdem läuft der Löschangriff nahezu ohne Unterbrechung. Besonders in der Nacht ist die Arbeit gefährlich, weil die Sicht eingeschränkt ist und sich das Feuer unberechenbar verhalten kann. Die Einsatzkräfte hoffen, mit den Löschflügen am Freitag den entscheidenden Schritt zu machen, um den Brand unter Kontrolle zu bringen.

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Der Zeitpunkt einer Entwarnung bleibt offen. Die Feuerwehr will zunächst alle Glutnester am Boden finden und löschen. Erst dann kann das Brandgebiet sicher verlassen werden. Bis dahin werden die Löschmaßnahmen weitergehen – mit Blick auf den Wetterbericht und die schwärende Glut im Erdreich.