Nach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) haben sich in Hamburg rund 800 Menschen zu einer Solidaritätskundgebung versammelt. Die Hamburger Pride-Organisation rief kurzfristig zu der Eilversammlung auf und schrieb auf Instagram: „Wir sind in Gedanken bei der Berliner Community und trauern um die Todesopfer.“ Ein Mitarbeiter des Polizeilagezentrums teilte mit, die Kundgebung sei nach etwa 45 Minuten beendet worden. Dabei kam es zu kleineren Vorfällen: Die Polizei sprach ein Aufenthaltsverbot aus und stellte eine Identität fest. Weitere Details wurden nicht genannt.
Hintergrund: Der Anschlag in Berlin
Am Samstagabend hatte ein Autofahrer im Berliner Tiergarten gezielt mehrere Menschen erfasst, die sich am Rande des CSD aufhielten. Anschließend attackierte der Täter weitere Passanten mit einer Machete. Eine Frau kam ums Leben, 29 weitere Personen wurden verletzt, einige davon schwer. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte, dass es sich um einen islamistischen Terroranschlag handele. Die Polizei fahndet nach einem 21-jährigen Tatverdächtigen, der als Islamist eingestuft wird.
Weitere Kundgebungen in Hamburg
Für den späten Nachmittag ist eine weitere Versammlung unter dem Motto „Gegen die Gewalt beim CSD“ im Stadtteil Barmbek geplant, wie die Polizei mitteilte. Der reguläre Hamburger CSD soll am Samstag (30. Juli) stattfinden. Die Organisatoren stehen in engem Austausch mit der Polizei, um die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten. Ob es aufgrund der Ereignisse zu Programmänderungen kommt, wird noch geprüft. Die Hamburger Polizei kündigte an, die Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen und für den CSD in erhöhter Alarmbereitschaft zu sein.
Reaktionen aus der Community und Politik
Die Hamburger Pride-Organisation zeigte sich erschüttert über die Gewalt. In Online-Netzwerken verbreiteten sich Solidaritätsbekundungen. Viele Teilnehmer der Kundgebung betonten, sich nicht einschüchtern zu lassen. „Wir lassen uns nicht von Hass und Gewalt spalten“, sagte ein Redner auf der Versammlung. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus und betonte die Bedeutung des CSD als Zeichen für Toleranz und Vielfalt. „Hass und Gewalt dürfen keinen Platz in unserer Gesellschaft haben“, so Tschentscher. Die queere Community in Hamburg zeigte sich solidarisch mit den Opfern in Berlin und rief dazu auf, entschlossen gegen islamistischen Extremismus vorzugehen.
Die Polizei in Hamburg hat die Ermittlungen zu den Vorfällen während der Kundgebung aufgenommen und bittet Zeugen, sich zu melden. Der Hamburger CSD soll trotz der Ereignisse stattfinden, um ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz zu setzen.



