Abriss des SEZ in Berlin-Friedrichshain besiegelt: Denkmalschutz erneut abgelehnt
Abriss des SEZ in Berlin-Friedrichshain besiegelt: Denkmalschutz erneut abgelehnt

Das Landesdenkmalamt (LDA) hat den Denkmalschutz für das ehemalige Sport- und Erholungszentrum (SEZ) in Berlin-Friedrichshain abgelehnt und damit den Totalabriss des DDR-Baus besiegelt. Eine Erhaltung von Gebäudeteilen ist damit vom Tisch, wie die „Berliner Zeitung“ berichtet.

Das LDA begründet die Entscheidung damit, dass das Gebäudeinnere so stark verändert wurde, dass der ursprüngliche DDR-Bau nicht mehr existiere. Die Begründung sei „absurd“, zitiert die Zeitung den Grünen-Abgeordneten Julian Schwarze.

Die Initiative „Gemeingut in BürgerInnenhand“ kritisierte die Entscheidung scharf. Sprecherin Laura Valentukeviciute teilte mit, Landeskonservator Christoph Rauhut zeige, dass für ihn „zwei Standards gelten: West und Ost. Der Westen ist hui und wird getätschelt, der Osten ist pfui, der kann sofort weg.“ Aus dem LDA-Vermerk gehe hervor, dass die Prüfung weniger als zwei Monate dauerte und die Begründung nur acht Zeilen umfasse. Rauhut sei „als amtlicher Besserwessi mitverantwortlich für den wachsenden und unguten Eindruck, dass die Biografien und die von Menschen in Ostdeutschland geschaffenen Werte den Behörden wenig gelten“.

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Kritik äußerte auch der grüne Bezirksbaustadtrat Florian Schmidt. „Auch ohne einen Totalabriss, wie er nun geplant ist, wäre eine Entwicklung auf dem Gelände möglich.“ Eine Machbarkeitsstudie, die vor rund zwei Monaten in Auftrag gegeben wurde, hatte die Option einer teilweisen Erhaltung nicht berücksichtigt. WBM-Sprecher Matthias Borowski sagte dem Tagesspiegel, die Studie konzentriere sich auf eine umfassende Neuentwicklung durch Abriss und Neubau. Das städtische Unternehmen will dort Wohnungen bauen.

Das SEZ war 1981 eröffnet worden und zog zu DDR-Zeiten Millionen Besucher an. Nach dem Ende der DDR wurde der Betrieb aus Kostengründen nach und nach eingestellt. Das „Spaßbad“ schloss im Jahr 2002 und wurde danach nur noch für gelegentliche Veranstaltungen genutzt. Bereits vor rund zehn Jahren war eine Prüfung auf Denkmalschutz abgelehnt worden.

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