Fünf Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal, bei der 135 Menschen starben, findet am Sonntag die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz statt. Viele Betroffene zeigen sich enttäuscht von der Landesregierung unter Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) und kündigen an, die Partei abzustrafen.
In Dernau erinnern noch immer Schlammspuren an den Häusern an die Flut. Hedwig Walbröl (72) verlor ihr Haus, konnte es aber mit Versicherungsgeldern sanieren. „Das war ganz viel Geschwätz nach der Flut. Malu Dreyer hat viel kaputt gemacht und sich nie entschuldigt“, sagt sie und will am Sonntag CDU wählen.
Auch Sebastian (44) aus Marienthal wartet noch auf die Rückzahlung seiner Sanierungskosten durch die Förderbank ISB. „Wenn wir auf das Land gewartet hätten, wäre der Schlamm heute noch nicht weg“, kritisiert er. Viele Betroffene scheitern an komplizierten Anträgen. Bürgermeister Dominik Gieler (CDU) aus Altenahr spricht von einer „Bürokratie-Katastrophe“ und rechnet mit 15 Jahren Wiederaufbau.
Das Winzer-Ehepaar Ley aus Dernau bricht mit der SPD: „Die Politiker waren für nette Bildchen da, mehr nicht. Ein Wechsel nach 35 Jahren würde uns guttun.“ Sie wollen CDU-Kandidat Gordon Schnieder wählen. Andere erwägen die AfD oder setzen auf die Grünen als „geringstes Übel“. Die SPD erhält kaum Zuspruch.
Die Region war schon vor der Flut keine SPD-Hochburg, doch im engen Rennen zwischen Schweitzer und Schnieder könnten die Stimmen der Flutopfer entscheidend sein.



