56 Neugeborene in 25 Jahren in Babyklappen in Sachsen-Anhalt abgelegt
56 Neugeborene in 25 Jahren in Babyklappen in Sachsen-Anhalt abgelegt

In den vergangenen 25 Jahren wurden in Sachsen-Anhalt 56 Neugeborene anonym in Babyklappen abgelegt. Das geht aus einer Statistik des Landesverwaltungsamtes in Halle hervor, die auf freiwilligen Angaben der Adoptionsvermittlungsstellen im Land basiert. In einigen Jahren blieb das Angebot sogar ungenutzt.

2024 und 2025 waren es jeweils drei Neugeborene. Der bisher höchste Wert wurde 2010 mit acht Säuglingen registriert. Aktuell gibt es in Sachsen-Anhalt zwei Babyklappen in Magdeburg und Halle; in Dessau-Roßlau gibt es das Angebot nicht mehr. Babyklappen ermöglichen es Müttern, ihren Säugling unerkannt in ein Wärmebettchen mit Sensor hinter einer Stahlklappe zu legen.

Deutschlands erste Babyklappe wurde am 8. April 2000 in Hamburg in Betrieb genommen. Bundesweit gibt es mittlerweile schätzungsweise zwischen 70 und 100 solcher Hilfsangebote. Eine zentrale Statistik existiert aufgrund unterschiedlicher Träger nicht.

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Seit 2001 werden in Sachsen-Anhalt auch anonyme Geburten erfasst, bei denen die Schwangere dauerhaft unerkannt bleibt. Bislang waren es 88, allein im vergangenen Jahr vier. Anonyme Geburten fänden oft außerhalb medizinischer Einrichtungen statt. Zudem gibt es die vertrauliche Geburt, die seit 2015 55 Mal genutzt wurde, im Jahr 2025 neun Mal.

Die vertrauliche Geburt soll anonyme Geburten außerhalb medizinischer Einrichtungen vermeiden und die Gesundheit von Mutter und Kind schützen. In der Regel werden anonym oder vertraulich geborene Kinder sowie Neugeborene aus Babyklappen in Adoptivfamilien vermittelt. Von den 16 Kindern, die im vergangenen Jahr vertraulich und anonym geboren oder in Babyklappen abgelegt wurden, leben 15 in Adoptionspflege.

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