Terror in Berlin: Trauer und Trost am Ort des CSD-Anschlags
Berlin trauert nach CSD-Anschlag im Tiergarten

Drei Tage nach dem verheerenden Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) hat sich der Tatort im Berliner Tiergarten gewandelt: Wo am Samstagabend ein mutmaßlicher Islamist mit einem Van in eine Menschenmenge raste, herrscht nun stille Anteilnahme. Entlang des Weges, auf dem das Fahrzeug zahlreiche Menschen erfasste, haben sich mehrere Gedenkorte gebildet.

Unter den Laubbäumen liegen Blumen, Regenbogenfähnchen und handgeschriebene Botschaften. „Liebe ist stärker als Hass“, steht auf einem Zettel. „Wir lassen uns nicht spalten“ und „Wir bleiben bunt“ ist ebenso zu lesen. Ein junger Mann, der am Ort des Geschehens innehält, sagt: „Ich kann das immer noch nicht glauben.“ Die Polizei sichert die Umgebung, eine mobile Wache ist eingerichtet, und Beamte stehen für Gespräche bereit.

Notfallseelsorger im Einsatz

Das Kriseninterventionsteam der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) ist mit drei bis vier freiwilligen Notfallseelsorgern vor Ort. Einer von ihnen, der seinen Namen nicht nennen möchte, berichtet: „Der Bedarf ist schon da.“ Allein am Montag führten die Helfer 75 Gespräche mit Menschen, die reden, Informationen oder emotionale Unterstützung suchten. „Erst kommt der Schock, dann Wut und dann Trauer“, beschreibt der Experte die typische Reaktion auf ein solches Ereignis.

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Die Helfer sind darauf geschult, Trost zu spenden, zuzuhören oder bei der Bewältigung des Erlebten zu helfen. Viele Besucher des Gedenkorts wirken noch immer fassungslos. Die Atmosphäre ist geprägt von tiefer Trauer, aber auch von Zusammenhalt.

Spuren der Tat

Entlang der Strecke, die der Van zurücklegte, zeugen Farbmarkierungen auf dem Boden von der Spurensicherung. Ein Baum, gegen den das Fahrzeug mutmaßlich prallte, ist mit Folie abgeklebt – ein Zettel erklärt „Rindenschaden“. Ein weiterer Baum, an dem der Wagen schließlich zum Stillstand kam, wurde gefällt und abtransportiert.

Bei dem Anschlag wurde eine Frau getötet, 29 weitere Menschen erlitten teilweise schwere Verletzungen. Der 21-jährige mutmaßliche Täter floh zunächst, wurde aber am Sonntag bei einem Polizeieinsatz in Berlin-Spandau erschossen. Die Ermittlungen zu seinen Hintergründen und möglichen Netzwerken dauern an.

Trauer und Trotz

Die Botschaften an den Gedenkorten zeigen nicht nur Trauer, sondern auch Entschlossenheit. „Wir lassen uns nicht spalten“ ist ein häufig wiederkehrendes Motiv. Die Regenbogenfahne, Symbol der LGBTQ+-Community, ist allgegenwärtig. Viele Besucher betonen, dass die Tat ihren Willen zu Offenheit und Toleranz nicht brechen werde.

Die Notfallseelsorger bleiben vorerst im Einsatz. „Es wird noch einige Zeit dauern, bis die Menschen diesen Schrecken verarbeiten können“, sagt der Helfer. Für die kommenden Tage sind weitere Gedenkveranstaltungen in Berlin geplant.

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