Der aktuelle Straßenbaum-Zustandsbericht der Senatsverwaltung für Umwelt bescheinigt Berlins Straßenbäumen eine leichte Erholung. Im Jahr 2025 wurden 47 Prozent der untersuchten Bäume als gesund eingestuft, während es 2020 noch 44 Prozent waren. Der Anstieg um drei Prozentpunkte zeigt, dass sich die Vitalität des Baumbestands allmählich verbessert.
Für den Bericht werteten Fachleute Luftbilder der Baumkronen aus und bewerteten insgesamt 5002 Bäume. Deren Vitalität wurde in fünf Stufen eingeteilt, wobei nur die höchste Stufe als gesund gilt. Das bedeutet zugleich: 53 Prozent der Bäume weisen mehr oder weniger starke Schäden auf – ein Hinweis darauf, dass Trockenheit, Schädlinge und andere Stressfaktoren ihre Spuren hinterlassen.
Die Untersuchung wird seit 1978 alle fünf Jahre durchgeführt. Sie ist ein wichtiges Instrument zur langfristigen Beobachtung der Stadtbäume und erlaubt Vergleiche über mehrere Jahrzehnte.
Platane und Ahorn erholen sich
Die Platane verzeichnet die stärkste Verbesserung aller untersuchten Baumarten. Der Anteil gesunder Bäume stieg von 30 Prozent im Jahr 2020 auf 40 Prozent im Jahr 2025 – ein Plus von zehn Prozentpunkten. Damit setzt sich die Platane deutlich von anderen Arten ab.
Auch der Ahorn hat zugelegt: 33 Prozent der Ahornbäume wurden 2025 als gesund eingestuft, nach 29 Prozent bei der vorherigen Erhebung. Beide Baumarten scheinen von den jüngsten Witterungsbedingungen und gezielten Pflegemaßnahmen zu profitieren. Der Bericht selbst liefert jedoch keine detaillierte Analyse der Ursachen.
Die Linde bleibt die Nummer eins
Die Linde ist nach wie vor der häufigste Straßenbaum in Berlin. Mit 54 Prozent gesunder Bäume blieb sie auf dem Niveau der letzten Erhebung. Trotz der stabilen Zahl zeigt sich auch bei der Linde, dass ein erheblicher Teil des Bestands geschädigt ist. Dennoch gilt sie als eine der widerstandsfähigsten Baumarten im städtischen Raum.
Die unterschiedliche Entwicklung der Baumarten verdeutlicht, wie wichtig eine differenzierte Betrachtung bei der Pflege und Planung ist.
Luftbilder als bewährtes Instrument
Die Methode der Luftbildauswertung ermöglicht eine effiziente Zustandserfassung großer Baumbestände. Die Aufnahmen werden von geschulten Fachleuten im Auftrag der Senatsverwaltung ausgewertet. Sie achten dabei auf lichte Kronen, abgestorbene Äste, Blattverfärbungen und andere sichtbare Schäden. Anhand dieser Merkmale wird jedem Baum eine der fünf Vitalitätsstufen zugeordnet.
Da die Erhebungen seit Jahrzehnten nach demselben Verfahren durchgeführt werden, sind die Ergebnisse über die Zeit hinweg vergleichbar. Das macht den Bericht zu einer verlässlichen Grundlage für die Steuerung von Baumpflege und -sanierung.
Warum gesunde Straßenbäume wichtig sind
Straßenbäume tragen wesentlich zur Lebensqualität in der Hauptstadt bei. Sie kühlen die Umgebung durch Schatten und Verdunstung, filtern Luftschadstoffe und bieten Tieren Lebensraum. Angesichts steigender Temperaturen und extremer Wetterlagen wird ihre Bedeutung für das Stadtklima weiter zunehmen.
Die Senatsverwaltung wertet die leichte Verbesserung der Baumgesundheit als positives Signal, mahnt allerdings auch künftige Anstrengungen an. Besonders junge Bäume benötigen regelmäßige Bewässerung und fachgerechte Pflege, um sich zu stabilen Altbäumen zu entwickeln.
Nächste Erhebung 2030
Die Daten des aktuellen Berichts dienen als Referenz für die kommenden Jahre. Die nächste turnusmäßige Erhebung ist für 2030 geplant. Dann wird sich zeigen, ob sich der Erholungstrend fortsetzt oder ob neue Belastungen wie Hitzeperioden oder Schädlinge die Bilanz wieder verschlechtern. Die Berliner Verwaltung sieht sich durch die positiven Zahlen in ihrer Strategie bestätigt, zugleich bleibt die Situation fragil.
Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Investitionen in Bewässerung und Neupflanzungen ausreichen. Der Zustandsbericht bleibt dabei ein unverzichtbares Frühwarnsystem.



