Alt-OB Schramma verlässt CDU nach fast 50 Jahren mit scharfer Kritik
Alt-OB Schramma verlässt CDU nach fast 50 Jahren mit scharfer Kritik

Kölns früherer Oberbürgermeister Fritz Schramma hat nach fast 50 Jahren seine Mitgliedschaft in der CDU beendet. Auch seine Frau und seine Tochter traten aus der Partei aus. In einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ begründete Schramma seinen Schritt mit scharfer Kritik an der Kölner Parteiführung um Fraktionschef Bernd Petelkau und Geschäftsführer Niklas Kienitz.

Schramma erklärte, nach wiederholten Wahlniederlagen fehle es an Selbstkritik. „Sich selbst zu fragen, woran es liegt, dass wir von Wahl zu Wahl schlechter werden, dass wir wieder einen Misserfolg erzielt haben und unsere Ziele nicht erreicht haben. Nein, das wird völlig übergangen, direkt totgeschwiegen“, sagte er. Stattdessen würden Posten in „Nacht-und-Nebel-Aktionen“ gesichert. Auch den Umgang mit dem früheren Bürgermeister Ralph Elster kritisierte der Alt-OB als „unmöglich“.

Die Unzufriedenheit in der Basis sei groß, meinte Schramma. Offener Protest bleibe aber aus, weil bestimmten Leuten von Petelkau Dinge in Aussicht gestellt würden. Schramma zog ein vernichtendes Fazit: „Der Fisch stinkt vom Kopf her.“ Wenn sich an der Spitze nichts ändere, werde die Partei den Bach runtergehen. Kritik übte er auch an der Kölner CDU-Vorsitzenden Serap Güler, deren Rolle in Berlin eine angemessene Führung der Partei in Köln nicht zulasse.

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Güler bedauerte Schrammas Austritt. „Er stimmt uns nachdenklich“, sagte sie. Schramma habe große Verdienste um Stadt und Partei. „Seine mahnenden Worte nahmen und nehmen wir ernst.“ Sie betonte, die CDU Köln habe bereits zu Jahresbeginn den Weg zur Weiterentwicklung begonnen. In zwei Wochen solle bei einer Klausurtagung das Wahlergebnis aufgearbeitet werden.

Petelkau sagte, er bedaure den Austritt, könne die Begründung aber nicht nachvollziehen. Kienitz bezeichnete den Schritt als „schade“. Verständnis zeigte der ehemalige Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach: „Auch ich hatte damit gerechnet, dass nach der Kommunalwahl und dem suboptimalen Ergebnis der CDU mal nüchtern Inventur gemacht wird.“

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