Neue Auswertungen der Senderdaten des Buckelwals „Timmy“ zeigen, dass das Tier nach seiner Freilassung in der Nordsee maximal fünf Tage überlebt hat. Laut Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) lebte der Wal vom 2. Mai bis höchstens zum 6. oder 7. Mai. Die Daten des Senders, der an der Rückenfinne befestigt war, deuten darauf hin, dass das Tier nach der Freisetzung nur noch driftete oder das Signal abbrach.
Bis zu seinem Tod legte der Wal etwa 215 Kilometer zurück und bewegte sich direkt wieder in Richtung Ostsee. Dort schwamm er langsamer und tauchte nicht mehr so tief wie zuvor. „Er hat die Chance nicht nutzen können“, sagte Backhaus. Der Tracker lieferte bis zum 7. Mai Daten zu Wassertiefe, Temperaturen, Bewegungsabläufen und Geschwindigkeit. Insgesamt sammelte das Gerät über 90.000 Datenpunkte, die der Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden sollen.
Der Sender der Firma Wildlife Computers wog 210 Gramm und war für eine Laufzeit von etwa 17 Monaten ausgelegt. Die ersten Tage zeigten Bewegungen und tiefe Tauchgänge bis zu 150 Metern. Millionärin Karin Walter-Mommert, die die Rettungsaktion finanzierte, betonte, dass der Zeitraum von Timmys Tod noch nicht ausgewertet sei.
Der Wal war wochenlang vor der Insel Poel gestrandet, bevor eine Privatinitiative ihn mit einem Lastkahn in die Nordsee brachte und am 2. Mai im Skagerrak freiließ. Am 14. Mai wurde der Kadaver des Weibchens an der dänischen Insel Anholt angespült. Eine Obduktion ergab keine konkrete Todesursache. Die Überreste des Wals sollen in Dänemark unter anderem zu Biodiesel verarbeitet werden.



