Die Rettung des verirrten Buckelwals in der Ostsee kann nun mit einem Lastkahn versucht werden. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) gab auf der Insel Poel bekannt, dass die Landesregierung das neue Konzept einer privaten Initiative dulde. Zuvor hatten die Behörden dem Plan am Freitagabend noch nicht zugestimmt.
Das Konzept sieht vor, den zwölf Tonnen schweren Wal durch eine mehr als 100 Meter lange Rinne zu einem absenkbaren Lastkahn zu bewegen. Durch eine geöffnete Klappe am Heck soll das Tier in den mit Wasser gefüllten Kahn schwimmen oder bugsiert werden. Die beteiligte Kleintierärztin Kirsten Tönnies erklärte, der Transport könne zwischen Dienstag und Mittwoch starten.
Der Lastkahn befindet sich derzeit noch nicht vor Poel. Backhaus kündigte an, am Abend die Ankunftszeit bekanntzugeben. Bei dem Wal handelt es sich um einen vier bis sechs Jahre alten Bullen. Nach Einschätzung der Kleintierärztinnen sei er transportfähig.
Backhaus betonte, dass das Tier in dem Spezialschiff wie in einem Becken treiben oder schwimmen könne. Zudem sei das Schiff auf einer Seite offen, sodass der Wal bei plötzlichen Aktivitäten hinaus könne. Behörden und Experten hatten den Zustand des Wals vor mehr als drei Wochen als kritisch eingestuft und Hilfsversuche beendet. Mehrfachstrandungen gelten als Zeichen schwerer Beeinträchtigungen.
In der vergangenen Woche entschied Backhaus, einen neuen Rettungsversuch einer von Unternehmern finanzierten Privatinitiative zu dulden. Deren ursprüngliches Konzept sah vor, den Wal mit Luftkissen und Pontons anzuheben und in die Nordsee oder den Atlantik zu schleppen.



