Nach dem gewaltsamen Angriff am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin haben sich am Montagabend mehrere Hundert Menschen am Brandenburger Tor versammelt, um der Opfer zu gedenken. Die Stimmung war geprägt von Trauer, Wut und Entschlossenheit. „Gestern war ein Angriff auf uns alle, auf alle unsere Identitäten, auf unsere Existenzen, auf unsere Gemeinschaft und unsere Demokratie. Und wir lassen uns davon nicht unterkriegen“, sagte ein Redner auf der Bühne des Pariser Platzes.
Blumen, Kerzen und Regenbogenflaggen
Die Teilnehmer legten Blumen nieder, zündeten Kerzen an und umarmten sich. Viele trugen Regenbogenflaggen oder hielten Plakate mit Aufschriften wie „Hass ist tödlich“, „Ein Angriff auf eine ist ein Angriff auf uns alle“ oder „We will dance again“. An der Bühne hing ein Banner mit der Aufschrift „Protect queer lives“. Ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Gelände, während die Beamten weiter nach dem flüchtigen Verdächtigen suchen.
Schweigeminute und Absperrungen
Vor dem Brandenburger Tor wurde eine Schweigeminute abgehalten. Das Areal war teilweise durch Absperrungen gesichert, doch auch dahinter beteiligten sich zahlreiche Menschen an dem stillen Gedenken. Die Polizei hat die Ermittlungen intensiviert und bittet die Bevölkerung um Hinweise zu dem Täter, der am Sonntagabend mehrere Personen verletzt haben soll. Hintergründe der Tat sind noch unklar.
Der CSD in Berlin ist eine der größten LGBTQ+-Veranstaltungen Europas. Der Angriff hat in der Community und darüber hinaus Bestürzung ausgelöst. Organisatoren und Politiker verurteilten die Gewalt scharf. „Wir lassen uns nicht einschüchtern“, betonten mehrere Redner. Die gemeinsame Trauer zeige, dass die queere Gemeinschaft zusammenhält und sich nicht spalten lasse.



