Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich nach dem Angriff auf den Christopher Street Day (CSD) in der Berliner Marienkirche an die Öffentlichkeit gewandt. Bei einem Gedenkgottesdienst für die Opfer des Anschlags betonte er die Entschlossenheit der Bundesregierung, die Täter zu fassen und die freiheitliche Gesellschaft zu verteidigen. Die Rede fand vor der Kirche statt, wo sich zahlreiche Trauernde versammelt hatten.
Der Anschlag auf den CSD
In der vergangenen Nacht war es zu einem terroristischen islamistischen Anschlag während der CSD-Feierlichkeiten in Berlin gekommen. Die genauen Umstände sind noch Gegenstand der Ermittlungen, jedoch bestätigten die Behörden mehrere Verletzte. Der Kanzler dankte den Einsatzkräften für ihr „vorbildlich schnelles Eingreifen“, das möglicherweise Schlimmeres verhinderte. Die Polizei fahndet weiterhin nach den Tätern.
Merkz' Botschaft an die Bevölkerung
In seiner emotionalen Ansprache rief Merz die Teilnehmer des CSD und alle Bürger dazu auf, sich nicht einschüchtern zu lassen. „Diese Taten haben nur einen Zweck: Sie wollen unsere Gesellschaft spalten. Sie wollen uns das Wichtigste nehmen, was wir haben, nämlich unsere Offenheit und unsere Freiheit“, sagte der Kanzler. Er betonte, dass die Straftäter und Extremisten in der Mitte der Gesellschaft keinen Platz hätten – ein klares Signal gegen Hass und Terror.
Merz richtete seine Gedanken an die Opfer und deren Familien und wünschte den Verletzten eine schnelle Genesung. „Wir sind mehr, wir sind stärker, und wir halten in unserem Land zusammen“, so der Kanzler weiter. Er rief dazu auf, jenseits parteipolitischer Differenzen gemeinsam für die Freiheit einzustehen.
Konsequenzen und entschlossenes Handeln
Der Kanzler kündigte an, dass die Bundesregierung alles tun werde, um die Täter schnell zu fassen. „Wir werden über Konsequenzen nachdenken und mit Besonnenheit, aber auch mit Entschlossenheit entscheiden“, sagte Merz. Er warnte vor dem „Gift des Terrorismus“, das die Gesellschaft bedrohe, und versprach, die Liberalität und Offenheit des Landes zu verteidigen – mit „allem, was wir tun können“.
Die Ansprache erfolgte im Rahmen eines interreligiösen Gedenkgottesdienstes, an dem auch Vertreter der queeren Gemeinschaft teilnahmen. Der CSD in Berlin ist eine der größten Veranstaltungen der LGBTQ+-Community in Deutschland und zieht jedes Jahr Hunderttausende Besucher an. Der Anschlag hat bundesweit Entsetzen ausgelöst und die Debatte über Sicherheit und Extremismus neu entfacht.



