Nach der Attacke am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin hat die Charité einen aktuellen Überblick zum Zustand der von ihr versorgten Patienten gegeben. Ein Sprecher des Klinikums erklärte: „Die Charité hat gestern Nacht acht auf dem CSD verletzte Menschen versorgt, vier konnten inzwischen entlassen werden.“ Vier weitere Patienten werden demnach aktuell auf Intensivstationen behandelt. Es bestehe „zum jetzigen Zeitpunkt keine Lebensgefahr“.
Hergang der Tat: Van rast in Menschenmenge
Am Samstagabend war ein weißer Van in der Nähe des Potsdamer Platzes plötzlich in eine Menschenmenge gefahren. Laut Polizei erlitt eine Frau tödliche Verletzungen. Neben ihr gab es nach Angaben von Feuerwehrsprecher Dominik Pretz 16 Verletzte: drei lebensbedrohlich, acht schwer und fünf leicht. Die lebensbedrohlich und schwer verletzten Menschen wurden alle in Krankenhäuser gebracht.
CSD-Veranstalter brechen Programm ab
Hunderttausende Menschen hatten in der Hauptstadt am Samstag den CSD gefeiert. Die Straßenparade – Höhepunkt eines bunten Programms während der Woche – begann am Mittag und endete abends am Brandenburger Tor. Mit ihrem Demonstrationszug wollten die Veranstalter ein Zeichen für Demokratie, Toleranz und Vielfalt setzen. Am Abend trat unter anderem Popmusikerin Sarah Connor bei der Abschlusskundgebung auf.
Nach ihrem Auftritt wurde das Bühnenprogramm zunächst fortgesetzt, bis wenig später ein Moderator die Menschen aufforderte, das Veranstaltungsgelände umgehend, aber ruhig und geordnet zu verlassen. Auf den Videoleinwänden am Brandenburger Tor erschien auf gelbem Hintergrund das Wort „Evakuierung“. Die Besucher wurden aufgefordert, nicht in Richtung Siegessäule zu gehen, sondern die U-Bahneingänge am Brandenburger Tor zu nutzen. Auch über soziale Medien forderte der Veranstalter die Besucher auf: „Bitte geht nach Hause. Der CSD ist abgebrochen.“
Folgen: Zwei Sonntagsveranstaltungen abgesagt
In der Nacht sagten die CSD-Veranstalter dann zwei für Sonntag geplante Veranstaltungen ab. Die Hintergründe der Tat werden weiterhin von der Polizei ermittelt.



