Nach dem tödlichen Anschlag am Rande des Berliner Christopher Street Day (CSD) haben Ermittler der Bundesanwaltschaft eindeutige DNA-Spuren von Abdul B. im Tatfahrzeug sichergestellt. Eine Sprecherin der Behörde bestätigte am Montag, dass die gefundene DNA ausschließlich dem tatverdächtigen Abdul B. zugeordnet werden könne. Weitere fremde DNA-Spuren wurden demnach in dem Wagen nicht entdeckt. Dies untermauere die Annahme, dass B. das Fahrzeug zum Zeitpunkt der Tat gesteuert habe.
Hintergrund des Anschlags
Der Anschlag ereignete sich am Samstagmittag während der Feierlichkeiten zum CSD in der Berliner Innenstadt. Ein Mann steuerte einen Wagen in eine Menschenmenge, tötete eine 30-jährige Frau und verletzte 31 weitere Personen, darunter mehrere Schwerverletzte. Der Täter Abdul B. soll zudem mit einer Machete bewaffnet gewesen sein und diese auch eingesetzt haben.
Kurz nach der Tat konnte die Polizei den Flüchtigen stellen. Bei dem Versuch, Abdul B. festzunehmen, eröffneten Beamte das Feuer, woraufhin der 30-Jährige am Sonntag seinen Verletzungen erlag. Die genauen Umstände der Schussabgabe sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Bekennervideo und IS-Bezug
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft fanden die Ermittler auf dem Mobiltelefon von Abdul B. ein Bekennervideo. Darin leiste eine vermummte Person, mutmaßlich der Täter selbst, einen Treueschwur auf die Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Die Aufzeichnung sei der zentrale Hinweis auf ein islamistisches Tatmotiv. Die Behörden prüfen nun, ob Abdul B. Kontakte zu weiteren Sympathisanten des IS hatte.
Der Anschlag löste bundesweit Bestürzung aus. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner nannte die Tat „einen feigen Angriff auf unsere freie Gesellschaft“ und ordnete Trauerbeflaggung am Rathaus an. Bundesinnenministerin Nancy Faeser zeigte sich erschüttert und versprach eine lückenlose Aufklärung.
Ermittlungen und Sicherheitsmaßnahmen
Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen des dringenden Verdachts auf Mord und versuchten Mord sowie der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung übernommen. Die DNA-Analyse gilt als wichtiger bausteiner Beweiskette. Zudem werden die Hintergründe der Tat und mögliche frühere Radikalisierungstendenzen von Abdul B. untersucht.
Der CSD in Berlin stand unter dem Eindruck der Tat. Die Organisatoren beschlossen, die Veranstaltung am Sonntag nicht abzubrechen, sondern mit einem stillen Gedenken fortzusetzen. Tausende Teilnehmer gedachten der getöteten Frau und der Verletzten. Die Sicherheitsvorkehrungen bei Großveranstaltungen in der Hauptstadt werden nun noch einmal verschärft.
Die dpa berichtete am 26. Juli 2025 unter der Kennung dpa:260729-930-453710/1.



