Die Festung Swinemünde in Świnoujście zählt zu den markantesten historischen Befestigungsanlagen an der südlichen Ostsee. Ursprünglich errichtet, um den Seeweg aus Oder und Swine zu sichern, war die Mündung über Jahrhunderte militärisch bedeutsam – von ersten Schanzen im Dreißigjährigen Krieg bis zum ausgebauten preußischen Festungssystem.
Die erhaltenen Anlagen liegen heute auf den Inseln Usedom und Wollin. Nach dem Ende ihrer militärischen Nutzung wurden sie schrittweise zugänglich gemacht und sind nun ein bedeutendes Ausflugsziel mit musealen Angeboten. Die Geschichte reicht bis 1628 zurück, als zum Schutz vor feindlichen Landungen eine erste Schanze angelegt wurde, die später Ziel dänischer, schwedischer und kaiserlicher Angriffe wurde.
Mit dem Übergang an Preußen 1720 gewann die Kontrolle der Wasserwege an Gewicht. Ab 1848 ließ Preußen die Swinemündung systematisch befestigen; es entstanden Werke wie Fort Gerhard, die Engelsburg und die Westbatterie. 1863 wurde Swinemünde zur selbständigen Festung erklärt. Die Anlage bestand aus Wällen, Wassergräben, Kasematten und Backsteinbauten.
Nach dem Ersten Weltkrieg mussten jüngere Anlagen geschleift werden; ältere Befestigungen blieben erhalten. Im Zweiten Weltkrieg überstand die Festung weitgehend unbeschädigt, während die Stadt im März 1945 schwer bombardiert wurde. Nach Kriegsende nutzte die Rote Armee große Teile bis 1992, sodass die Bauwerke jahrzehntelang der Öffentlichkeit entzogen waren.
Erst nach 2000 begann die schrittweise Freilegung und touristische Erschließung. Heute sind Fort Gerhard, die Engelsburg und Fort Zachodni erhalten und zugänglich. Sie werden museal genutzt und teilweise gastronomisch eingebunden, was die Festung zu einem Besuchermagneten macht.



