Hitze in Berlin: Fusion-Festival und Philharmoniker-Konzert finden statt
Hitze in Berlin: Fusion-Festival und Philharmoniker trotzen der Hitze

Die Hauptstadtregion wappnet sich für eine extreme Hitzewelle. Während viele Veranstaltungen abgesagt oder verschoben werden, halten die Organisatoren des Fusion-Festivals in Lärz und des Saisonabschlusskonzerts der Berliner Philharmoniker in der Waldbühne an ihren Events fest. Sie ergreifen umfangreiche Maßnahmen, um die Gesundheit der Besucher zu schützen.

Fusion-Festival: Kostenloses Wasser und reduzierte Preise

Die Veranstalter des Fusion-Festivals in Lärz haben auf die angekündigte Hitze reagiert. Auf dem Gelände stehen kostenlose Trinkwasserstellen zur Verfügung, wie sie auf Tagesspiegel-Anfrage mitteilten. Zudem wurden die Wasserpreise an den Bars wegen der Wetterlage gesenkt. Mehrere große Tanzflächen sind mit Wasserzerstäubern ausgestattet. Das Programm auf den großen Bühnen wird während der heißesten Tageszeit traditionell für mehrere Stunden unterbrochen. Das Erste-Hilfe-Team ist auf hitzebedingte Beschwerden vorbereitet, und die Besucher wurden bereits vor Festivalbeginn per Informationsmail auf die Wetterlage hingewiesen. Die großen Hauptbühnen eröffnen planmäßig am Donnerstagabend.

Philharmoniker-Konzert: Zwei Flaschen Wasser erlaubt

Die Veranstalter des Saisonabschlusskonzerts der Berliner Philharmoniker in der Waldbühne reagieren ebenfalls mit Sonderregelungen. Besucher dürfen statt einer nun zwei 0,5-Liter-Flaschen Wasser mitbringen und diese vor Ort kostenlos auffüllen. Zusätzlich sind kleine Schirme als Sonnenschutz erlaubt. Eine Absage des Konzerts am Sonnabend wird nicht erwogen. Die Veranstaltung ist seit Monaten restlos ausverkauft. Der Saisonabschluss in der Waldbühne hat seit mehr als vier Jahrzehnten Tradition: Am 30. Juni 1984 trat das 1882 gegründete Orchester erstmalig in dieser Kulisse auf.

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Hitzerekord in Berlin erwartet

Die Temperaturen werden in den kommenden Tagen voraussichtlich an den Berliner Juni-Hitzerekord von 2019 herankommen, als 38,6 Grad in Tegel gemessen wurden. „In dieser Größenordnung werden wir landen“, sagte Stefan Rubach, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD), mit Blick auf das Wochenende. Es werde „sehr heiß, ungewöhnlich heiß für Juni“. Derartige Temperaturen im Juni häufen sich ihm zufolge in den letzten Jahren. Den Höhepunkt der Hitzewelle erwarten die Meteorologen am Wochenende mit bis zu 40 Grad in der Region.

Absagen und Verschiebungen wegen der Hitze

Viele Veranstaltungen wurden hitzebedingt abgesagt oder verschoben. Die Trabrennbahn Mariendorf hat zwölf Rennen von Sonntag auf Dienstag verschoben. „Ganz im Sinne aller beteiligten Aktiven und vor allem natürlich der Pferde werden damit jegliche mit der riesigen Hitze verbundene Gesundheitsgefährdungen vermieden“, teilte die Trabrennbahn mit. Auch die Hellersdorfer Mini-WM für Kinder am Samstag fällt aus. „Die Entscheidung ist uns allen nicht leichtgefallen. Die Vorfreude bei den Kindern, ihren Familien sowie allen Beteiligten war spürbar groß – umso schwerer wiegt dieser Schritt“, teilte die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land mit. Der Fahrrad-Pride in Potsdam wurde abgesagt. „Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Nach aktuellem Stand wird es im Herbst einen Nachholtermin geben“, sagte Julia Sergon vom Verein Regenbogen Potsdam.

Gesundheitsrisiken für vulnerable Gruppen

Besonders ältere Menschen sind durch die Hitze gefährdet. Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) sagte die Auftaktveranstaltung der Berliner Seniorenwoche am Sonnabend ab. „So leid es mir tut, aber ich muss die Eröffnungsveranstaltung absagen. Vor allem ältere Menschen sollten bei dieser Hitze zu Hause bleiben. Ihre Gesundheit und Unversehrtheit steht für mich an oberster Stelle. Da kann ich nichts riskieren“, wird Kiziltepe in einer Mitteilung zitiert. Der Verein Silbernetz hat einen Wetter-Service für Senioren gestartet. „Extreme Wetterlagen können insbesondere für ältere und alleinlebende Menschen zur Belastung werden“, erklärte Silbernetz-Leiterin Kerstin Winkler. Ziel sei es, frühzeitig zu informieren und konkrete Hilfe zu organisieren.

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Tropennächte in Berlin erwartet

Auch die kommenden Nächte könnten so warm werden wie nie zuvor in Berlin. Meteorologe Andreas Blei vom Dienst „Wettermanufaktur“ sagte: „In den langjährig vergleichbaren Reihen rangiert die Station Berlin-Alexanderplatz ganz vorn mit 24,6 Grad Celsius.“ Für die Nächte zum kommenden Sonntag und Montag prognostizieren die Wettermodelle Tiefstwerte zwischen 25 und 23 Grad. Bleibt es wärmer als 20 Grad, sprechen Meteorologen von einer „Tropennacht“. Derart hohe Werte gelten als kritisch, weil vor allem in dicht bebauten Stadtteilen die Wohnungen dann kaum noch abkühlen können. Statistisch erlebt Berlin nur 1,3 solcher Nächte im ganzen Jahr.

Blutreserven werden knapp

Die Blutreserven des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost befinden sich auf einem kritischen Niveau. Der aktuelle Bestand liege deutlich unter der erforderlichen Tagesreichweite von vier bis fünf Tagen, teilte der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost mit. Grund sei auch die Hitzewelle, die die Spendenbereitschaft sinken lasse. Allein in Berlin und Brandenburg benötige der DRK-Blutspendedienst rund 600 Blutspenden an jedem Werktag.