Klingbeil warnt Familienunternehmen vor Kooperation mit der AfD
Klingbeil warnt Familienunternehmen vor Kooperation mit der AfD

Bundesfinanzminister und SPD-Chef Lars Klingbeil hat die Wirtschaft vor einer Annäherung an die in Teilen rechtsextreme AfD gewarnt. „Diese Partei schadet unserem Land“, sagte Klingbeil am Dienstag beim Arbeitgebertag in Berlin. Die demokratische Mitte müsse Lösungen für Deutschland finden, „aber dafür macht man nichts mit den Rechtsextremen“.

Bundeskanzler Friedrich Merz warnte vor Populismus von rechts. Deutschland müsse trotz großer Herausforderungen eine offene, freiheitliche, liberale, tolerante und demokratische Gesellschaft bleiben. „Wir sehen mittlerweile eine tiefe Spaltung auch des Westens“, so Merz. Rechter Populismus sei keine Antwort, man solle in die Geschichtsbücher schauen, was daraus geworden sei.

Die Familienunternehmer hatten mit ihrer Entscheidung, aktiv das Gespräch mit der AfD zu suchen, eine Debatte ausgelöst. Verbandspräsidentin Marie-Christine Ostermann begründete dies damit, dass „Empörung allein sich als politische Strategie erschöpft“ habe. Andere Verbände distanzierten sich von diesem Ansatz.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

AfD-Chefin Alice Weidel lobte dagegen das Vorgehen des Verbands. „Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass Wirtschaft und Mittelstand das Gespräch auch mit Vertretern der Opposition suchen“, teilte Weidel mit. Die Familienunternehmer müssten für ihren Mut gelobt werden.

Die Deutsche Bank verweigert dem Verband aufgrund der neuen Gesprächsbereitschaft die Nutzung ihrer Räumlichkeiten für den nächsten Parlamentarischen Abend. Man sei „übereingekommen, die Räumlichkeiten künftig dem Verband nicht mehr zur Verfügung zu stellen“.

Grünenpolitiker Konstantin von Notz und Andreas Audretsch übten Kritik an der Kontaktaufnahme. Sie könnten sich nicht vorstellen, dass die Mitglieder im Verband sich von diesem Agieren repräsentiert fühlten. Jedes Mitgliedsunternehmen, das eine Kooperation mit der AfD ablehne, sollte Ostermann „deutlich in die Schranken weisen“.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration