Ostsee-Effekt: Tourismus-Boom trotz Krisen
Ostsee-Effekt: Tourismus-Boom trotz Krisen

Die Tourismusbranche an Nord- und Ostsee blickt mit einem Mix aus Bangen und Hoffen auf den Sommer. Nachdem das Ostergeschäft ins Wasser fiel, bieten die Lockerungen zu Pfingsten einen ersten Aufbruch. Die Abhängigkeit von Urlaubern ist enorm, denn die drei Küstenländer Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen vereinen fast 50 Prozent der Inlandsreisen ab fünf Tagen.

Laut dem Kieler Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) entfielen im vergangenen Jahr von 18,7 Millionen Inlandsreisen 19 Prozent auf Mecklenburg-Vorpommern, 16 Prozent auf Schleswig-Holstein und 13 Prozent auf Niedersachsen. Bei den Übernachtungen führte Mecklenburg-Vorpommern mit 37,8 Millionen, gefolgt von Schleswig-Holstein mit 32,6 Millionen und Niedersachsen mit 21,6 Millionen.

Die Reiseverbote in der Corona-Krise treffen die Küstenländer hart. Dem Nordosten fehlen Gäste aus Berlin und Sachsen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen vermissen Urlauber aus Nordrhein-Westfalen. Die Umsatzverluste betragen teils bis zu 100 Prozent. Trotz der Ungeduld wächst die Angst vor einem Infektionsschub. Hoffnung machen die vielen Buchungen für Pfingsten und den Sommer.

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Schleswig-Holstein öffnet am 18. Mai Hotels und Gaststätten, Touristen dürfen einreisen. Der Tourismus trägt acht Prozent zur Bruttowertschöpfung bei und beschäftigt 180.000 Menschen. Der Dehoga-Hauptgeschäftsführer Stefan Scholtis sieht die Lage düster: Bis zu 30 Prozent der 5000 Betriebe könnten die Krise nicht überleben. Die Branche fordert weitere Lockerungen, etwa für Familienfeiern.

Mecklenburg-Vorpommern öffnet sich ab 25. Mai für Übernachtungsgäste aus anderen Bundesländern, mit einer Bettenauslastung von maximal 60 Prozent. Der Geschäftsführer des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf, spricht von Verlusten im Milliardenbereich, erwartet aber, dass die meisten Betriebe die Situation meistern, sofern keine Rückschläge kommen.

Niedersachsen erlaubt seit dieser Woche wieder Ferienwohnungen und Campingplätze mit Einschränkungen. Hunderte setzten gleich am Montag auf die Ostfriesischen Inseln über. Die Touristikgesellschaft rechnet mit einer guten Auslastung zu Pfingsten und im Sommer. Zugangsbegrenzungen zu Stränden sind absehbar, aber problematisch für Einheimische und Urlauber.

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