Papageiensiedlung in Berlin: Chancen auf Unesco-Welterbe steigen
Papageiensiedlung in Berlin: Chancen auf Unesco-Welterbe

Die Waldsiedlung Zehlendorf im Südwesten Berlins, bekannt als „Papageiensiedlung“, könnte bald zum Unesco-Welterbe gehören. Das Welterbekomitee tagt seit Samstag in der südkoreanischen Küstenstadt Busan und prüft bis zum 29. Juli neue Einträge. Deutschland hat die Siedlung als Erweiterung der bereits bestehenden Welterbestätte „Siedlungen der Berliner Moderne“ nominiert.

Bedeutung der Waldsiedlung Zehlendorf

„Die Siedlungen der Berliner Moderne sind herausragende Objekte der Stadtentwicklung und ein städtebaulicher und kultureller Schatz mit internationaler Strahlkraft“, sagte Berlins Bausenator Christian Gaebler (SPD). Die Waldsiedlung Zehlendorf sei weltweit wegweisend für die Umsetzung des sozialen Wohnungsbaus. Die vor rund hundert Jahren errichtete Bauhaus-Siedlung, im Volksmund auch „Papageiensiedlung“ genannt, hat gute Chancen auf Anerkennung durch die Unesco.

Einzigartige Merkmale der Siedlung

Sechs Siedlungen der Berliner Moderne sind bereits seit 2008 Welterbe, darunter die Hufeisensiedlung in Neukölln und die Großsiedlung Siemensstadt. Die Waldsiedlung Zehlendorf ist nicht nur gut erhalten, sondern auch flächenmäßig die größte aller Siedlungen der Berliner Moderne. Ein besonderes Merkmal ist die Ladenstraße im U-Bahnhof Onkel Toms Hütte – das Konzept, ein Einkaufszentrum direkt an einen Bahnhof anzubinden, war damals weltweit einmalig.

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Weitere Nominierungen und Herausforderungen

Zu den mehr als 30 neuen Bewerbungen gehört auch der Versuch Frankreichs, die D-Day-Landungsstrände in der Normandie als Welterbestätte anerkennen zu lassen. Der D-Day am 6. Juni 1944 markierte den Auftakt der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus. Die Nominierung umfasst die Strände Utah, Omaha, Gold, Juno und Sword Beach sowie weitere Erinnerungsorte.

Ein zentrales Thema der Tagung ist der nachhaltige Erhalt der Welterbestätten. Derzeit gelten 53 Stätten als gefährdet, bedroht durch kriegerische Konflikte, Klimawandel, Bauarbeiten und Naturkatastrophen. Von den 52 Kultur- und 3 Naturerbestätten in Deutschland ist keine unmittelbar gefährdet. Insgesamt gibt es 1248 registrierte Kultur- und Naturstätten in 170 Ländern. Die Entscheidung über die Waldsiedlung Zehlendorf wird voraussichtlich am 27. Juli fallen.

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