Ermittlungen nach eskaliertem Einsatz in Berlin-Friedrichshain
Nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Passanten und Polizisten in Berlin-Friedrichshain prüft die Polizei die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen Körperverletzung im Amt. Ein Polizeisprecher teilte mit, dass noch nicht alle Beweismittel für eine abschließende Bewertung vorlägen. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zum 7. Juni in der Kreutziger Straße.
Vorwürfe eines 57-Jährigen
Ein 57-jähriger Mann erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Er behauptet, von einem Beamten geschlagen und getreten worden zu sein. „Ich hatte ein Knie im Nacken“, sagte er der „taz“. Laut seiner Darstellung hätten er und seine Begleiter die Polizei gefragt, warum sie den Weg zur Frankfurter Allee versperrten. Kurz darauf sei die Situation eskaliert. Der Mann erlitt blutende Verletzungen im Gesicht und eine massive Rippenprellung, wie er dem RBB mitteilte.
Polizei schildert anderen Hergang
Die Polizei stellt den Verlauf anders dar. Demnach soll der 57-Jährige einen Polizeibeamten bei der Festnahme einer anderen Person beleidigt haben. Als der Polizist auf ihn zuging, habe der Mann den Beamten ins Gesicht geschlagen und nach ihm getreten. Daraufhin wurde der 57-Jährige vorläufig festgenommen. Die Polizei ermittelt wegen Beleidigung, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.
Videoaufnahmen als Beweismittel
Die Bodycams der Polizei waren laut Behördenangaben eingeschaltet. Die Aufzeichnungen wurden bereits gesichtet. Zudem sollen weitere Videoaufnahmen des Vorfalls existieren, die der Polizei jedoch noch nicht vorliegen. Nach einem RBB-Bericht kursieren seit Freitagabend verschiedene Videoausschnitte im Internet. Diese könnten Aufschluss über den genauen Ablauf der Eskalation geben.
Auslöser: Festnahme eines 34-Jährigen
Laut Polizei war die Festnahme eines 34-jährigen Mannes der Auslöser. Dieser war plötzlich auf die Fahrbahn gesprungen und hatte einen Polizeiwagen gestoppt. Nach einer Flucht konnte er gestellt werden. Mehrere Menschen solidarisierten sich mit dem 34-Jährigen und bedrängten die Polizeibeamten. Die Polizei spricht von fünf verletzten Einsatzkräften. Die Ermittlungen zu dem Vorfall dauern an.



