Das Rote Rathaus in Berlin öffnete erneut seine Türen für die Bevölkerung. Am Tag der offenen Tür erwarteten die Besucher nicht nur spannende Einblicke in die Arbeit der Senatskanzlei, sondern auch eine besondere Aktion des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU). Schon um 10 Uhr standen mehrere Hundert Bürgerinnen und Bürger vor dem Haupteingang Schlange, um an der Veranstaltung teilzunehmen.
Persönlicher Empfang durch den Bürgermeister
Kai Wegner begrüßte jeden Gast persönlich per Handschlag und auf Augenhöhe. „Hallo, ich bin der Kai“, sagte er zu den Besuchern und wechselte ein paar Worte mit ihnen. Bis 14 Uhr zählte die Senatskanzlei rund 4000 Gäste. „Der Tag der offenen Tür ist immer etwas Besonderes“, erklärte Wegner der Presse. „Wir machen das jetzt zum zweiten Mal. Das ist schön, ich mache das sehr gern.“
Bürgerdienste und Informationsstände
Im Rathaus gab es zahlreiche Informationsstände, unter anderem von der Bundeswehr, der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und dem Infoportal Berlin.de. Ein besonderes Highlight war das Angebot des Bezirksbürgeramts Friedrichshain-Kreuzberg und der Kollegen aus Reinickendorf: Besucher konnten hier unbürokratisch und ohne lange Wartezeiten Reisepässe, Ausweise und Führerscheine beantragen. Ein Reporter nutzte die Gelegenheit und beantragte einen neuen Reisepass, der in wenigen Wochen fertig sein soll.
Eröffnungsrede und Störung
In seiner Eröffnungsrede unter dem Motto „Unsere Stadt. Unsere Stimme. Unsere Demokratie.“ lobte Wegner das Engagement von 120 Mitarbeitenden der Senatskanzlei, die sich freiwillig gemeldet hatten, um an diesem Tag mit den Bürgerinnen und Bürgern zu sprechen. Er bat um Applaus für sie und bekam ihn. Das Rathaus sei „die Regierungszentrale der Stadt“, erklärte er. „Die Berlinerinnen und Berliner sollen wissen, wie es hier aussieht und wer hier arbeitet.“
Die Rede wurde kurzzeitig von einem Demonstranten gestört, der mit einer Trillerpfeife auf Flugblättern „Weg mit diesem Scheiß-Senat!“ forderte. Sicherheitsleute führten ihn aus dem Saal. Wegner betonte, dass der Schutz der Demokratie wichtiger denn je sei. Dazu gehörten auch das Zuhören und der Dialog. Er wünsche sich einen Austausch über die Demokratie, „denn diese ist stärker gefährdet als je zuvor“. Seine Großeltern hätten nicht das Glück gehabt, in Frieden und Freiheit aufzuwachsen, sondern hätten Krieg und Diktatur erlebt. „Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Kinder in Freiheit, Demokratie und in Frieden aufwachsen können“, forderte der Regierende Bürgermeister. „Und ich hoffe, wir können sie dafür begeistern, für die Demokratie zu streiten.“
Programm und Angebote für Kinder
Im Innenhof gab es Livemusik, Essensstände und Vorträge, unter anderem zu Berlins Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele, zur Filmhauptstadt Berlin und zur Verwaltungsreform. Auf der Bühne im Festsaal ging es um Einblicke in den Alltag des Bürgermeisters, die Partnerschaften in Europa, Berlin im Bundesrat und die Digitalisierung. Für Kinder wurde eine kleine Rallye angeboten, bei der sie das historische Haus spielerisch erkunden konnten. Für den späten Nachmittag war eine Kinderpressekonferenz mit Wegner geplant.
Der Bürgermeister versprach, den ganzen Tag bis 18 Uhr ansprechbar zu sein – auch für Selfies. Der Tag der offenen Tür bot somit eine gelungene Mischung aus Information, Unterhaltung und persönlichem Austausch mit der Stadtspitze.



