Kurz vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September entbrennt erneut der Streit um eine mögliche Bebauung des Tempelhofer Felds. Die SPD lehnt eine Randbebauung ab, während die CDU sie zur Koalitionsbedingung erklärt. Der CDU-Fraktionschef Dirk Stettner forderte eine Randbebauung mit dringend benötigten Wohnungen und bezeichnete dies als wesentlichen Punkt für Koalitionsverhandlungen.
Ein Volksentscheid im Mai 2014 hatte die Bebauung des ehemaligen Flughafens untersagt. Trotzdem brachte eine Architektengruppe einen Entwurf für rund 21.000 Wohnungen am Rand des Feldes ein. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) kündigte an, die Finanzierbarkeit prüfen zu lassen. Eine IHK-Umfrage ergab, dass 59 Prozent der Berliner eine maßvolle Randbebauung befürworten.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierte die Pläne scharf. Geschäftsführerin Gabi Jung warf der Koalition aus CDU und SPD einen „Betonrausch“ vor. Sie betonte, dass eine Randbebauung die wertvollen Randbereiche des Feldes zerstören würde, die für Kühlung und Artenvielfalt entscheidend seien. Stattdessen sollten leerstehende Büroflächen und zweckentfremdete Wohnungen genutzt werden, um 50.000 neue Wohnungen zu schaffen.
Die Grünen und die Linke lehnen eine Bebauung ebenfalls ab. Der Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf forderte, bestehende Bauprojekte voranzutreiben. Die Linke verwies auf den Volksentscheid und lehnt jede Bebauung ab. CDU-Fraktionschef Stettner hält einen neuen Volksentscheid für unnötig und sieht die Wahl als ausreichende Befragung der Bürger.



