Tausende Pestopfer in Erfurt: Massengrab mit 12.000 Toten entdeckt
Tausende Pestopfer in Erfurt: Massengrab mit 12.000 Toten entdeckt

In Erfurt haben Forscher ein Massengrab aus der Zeit des Schwarzen Todes entdeckt. Historiker vermuten, dass sich dort die Überreste von etwa 12.000 Männern, Frauen und Kindern befinden, die um das Jahr 1350 der Pest zum Opfer fielen. Die Pest löschte damals schätzungsweise die Hälfte der europäischen Bevölkerung aus.

Die Entdeckung gelang nahe des heutigen Zoos von Erfurt, wo Experten mit einem Bohrhammer Bohrkerne aus dem Boden holten. Diese enthielten zahlreiche Knochenfragmente, die als „Splitter aus der Hölle“ beschrieben werden. Europaweit sind bislang nur wenige solcher Bestattungsgruben bekannt.

Die Menschen jener Zeit litten nicht nur unter der Pest, sondern auch unter Dauerregen, Missernten, Hungersnöten und religiösem Wahn, der in den Katastrophen den Zorn Gottes sah. Die Forscher hoffen, durch die Analyse der Gebeine mehr über die damalige Zeit zu erfahren: Warum war die Pest in Erfurt so tödlich? Waren alle Gesellschaftsschichten gleichermaßen betroffen? In den nächsten Jahren sollen weitere Knochen ausgegraben und im Labor untersucht werden.

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