Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat seinen Rücktritt als Spitzenkandidat seiner Partei erklärt. Auslöser sind neue Recherchen des Tagesspiegels, die belegen, dass Wegner über seinen Aufenthaltsort während des großflächigen Stromausfalls in Berlin im Januar die Unwahrheit gesagt hat. Der Blackout, der durch einen Brandanschlag auf ein Versorgungskabel ausgelöst wurde, legte 100.000 Menschen für 104 Stunden lahm.
Die Unwahrheit über den Kriseneinsatz
Die Recherchen zeigen, dass Wegner am ersten Tag des Blackouts nicht, wie von ihm behauptet, im Lagezentrum war, sondern sich anderweitig aufhielt. Die genauen Umstände wurden in der Bonus-Folge des Podcasts „104h Blackout“ detailliert aufgedeckt. Die Redakteurinnen Anke Myrrhe, stellvertretende Chefredakteurin und Autorin des „Tagesspiegel Checkpoint“, und Sonja Gillert sowie der rechtspolitische Korrespondent Jost Müller-Neuhof ordnen die Ereignisse ein. „Es geht um die Frage, was der Politiker tatsächlich am ersten Tag des Blackouts gemacht hat“, so Müller-Neuhof.
Politische Konsequenzen und Reaktionen
Der Rücktritt hat weitreichende Folgen für die Berliner Politik. Das Bundeskanzleramt hat sich bereits zu Wort gemeldet und die Vorfälle kritisiert. Wegner selbst räumte ein, dass seine Aussagen nicht der Wahrheit entsprachen. Die Opposition fordert nun eine umfassende Aufklärung. Der Podcast „104h Blackout“ beleuchtet nicht nur die politische Dimension, sondern auch die persönlichen Schicksale der Betroffenen. In sechs Folgen wird der Stresstest für die Hauptstadt rekonstruiert.
Hintergrund: Der Blackout im Januar 2026
Im Januar 2026 fiel im Südwesten Berlins der Strom aus – 100.000 Menschen waren ohne Heizung, Internet und Notruf bei Minusgraden und Schnee. Was zunächst wie eine einfache Netzstörung aussah, entpuppte sich als Sabotage. Ein Brandanschlag auf ein Versorgungskabel am Rande einer Kleingartenkolonie führte zum längsten Blackout seit Jahrzehnten: 104 Stunden blieb der Strom weg. Bundesweit gab es seit 2022 mehr als 570 politisch motivierte Angriffe auf die Energieversorgung, wie der Podcast berichtet.
Podcast als Aufklärungsmedium
Die Tagesspiegel-Reporter Julius Geiler und Sonja Gillert rekonstruierten gemeinsam mit Betroffenen, Verantwortlichen, Rettungskräften und Experten die fünf Tage ohne Strom. Sie fragen: „Was macht es mit Menschen, wenn plötzlich nichts mehr geht? Wer sind die Täter? Und was muss in Deutschland passieren, damit wir krisenfester werden?“ Der Podcast ist auf Spotify, Apple Podcasts und anderen Plattformen verfügbar.



