HU Berlin fordert Millionen vom Land für Sanierungsstau
HU Berlin fordert Millionen vom Land

Seit Jahren muss die Humboldt-Universität zu Berlin (HU) Räume anmieten, weil ihre eigenen Gebäude aufgrund des Sanierungsstaus nicht nutzbar sind. Nun geht die Präsidentin der Universität auf Konfrontationskurs und fordert vom Land Berlin einen hohen Geldbetrag als Entschädigung zurück. Am Mittwoch plant die Universität eine Demonstration, um auf die Dauerbaustellen aufmerksam zu machen.

Lehrgebäude verfällt seit Jahren

Eines der auffälligsten Beispiele für den Sanierungsstau ist das große Lehrgebäude der HU an der Ecke Chausseestraße/Invalidenstraße in Berlin-Mitte. Der Bau aus den 1980er Jahren, der in der DDR als modern galt, steht seit Jahren leer und wartet auf eine Sanierung. Die Fassade bröckelt, und die Platten drohen auf die Straße zu stürzen. Die Universität muss daher teure Ersatzräume anmieten, was zusätzliche Kosten verursacht.

Die Präsidentin der HU, Prof. Dr. Julia von Blumenthal, erklärte: „Wir können nicht länger zusehen, wie unsere Gebäude verfallen, während wir Millionen für Mietausgaben ausgeben. Das Land muss seiner Verantwortung nachkommen und die versäumten Investitionen nachholen.“

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Entschädigungsforderung in Millionenhöhe

Die genaue Summe, die die HU vom Land zurückfordert, wurde nicht offiziell genannt, doch Insider sprechen von einem zweistelligen Millionenbetrag. Die Universität argumentiert, dass das Land Berlin als Eigentümer der Gebäude für die Instandhaltung zuständig sei. Durch die jahrelange Vernachlässigung seien der HU erhebliche finanzielle Schäden entstanden, die nun ausgeglichen werden müssten.

Der Sanierungsstau an den Berliner Hochschulen ist ein bekanntes Problem. Laut einer Studie des Landesrechnungshofs beläuft sich der Investitionsrückstand an den öffentlichen Hochschulen Berlins auf über eine Milliarde Euro. Die HU ist mit einem Anteil von rund 300 Millionen Euro besonders betroffen.

Demonstration am Mittwoch

Für Mittwoch hat die Universität zu einer Demonstration aufgerufen, um auf die desolate Lage aufmerksam zu machen. Studierende, Lehrende und Mitarbeiter werden erwartet. Die HU-Präsidentin wird bei der Kundgebung sprechen und die Forderungen der Universität öffentlich machen. „Wir werden nicht locker lassen, bis das Land endlich handelt“, so von Blumenthal.

Die Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft und Gesundheit hat auf die Forderungen der HU bislang nicht konkret reagiert. Ein Sprecher verwies lediglich auf die laufenden Gespräche im Rahmen der Hochschulverträge. Die HU hofft, mit der Demo den Druck auf die Politik zu erhöhen.

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