Das Otto-Nagel-Gymnasium (ONG) in Berlin-Biesdorf ist das begehrteste Gymnasium im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Laut der aktuellen Anmeldezahlen für das Schuljahr 2026/2027 entfielen auf nur 32 verfügbare Plätze für die siebten Klassen insgesamt 48 Erstwünsche. Damit war die Schule deutlich übernachgefragt. Im Vergleich dazu hatten andere Gymnasien im Bezirk wie das Wilhelm-von-Siemens-Gymnasium 197 Erstwünsche, das Gymnasium Kaulsdorf 165 und das Melanchthon-Gymnasium 102. Doch gemessen am Verhältnis von Plätzen zu Erstwünschen liegt das ONG vorn.
Besonderheiten der Schule: Früher Einstieg und exzellente Abiturergebnisse
Das ONG ist eines der wenigen Gymnasien in Berlin, das bereits ab der fünften Klasse besucht werden kann. Dies führt dazu, dass nur wenige Plätze für den Wechsel in die siebte Klasse frei werden. Elternvertreter Michael Bretschneider, der selbst früher Schüler am ONG war, erklärt: „Die Kinder bis zur 11. Klasse auf den gleichen Stand zu bringen, ist eine Herausforderung.“ Dennoch gelingt dies der Schule offenbar sehr gut: Im vergangenen Jahr bestanden alle 115 Prüflinge das Abitur, mit einer Durchschnittsnote von 1,8 – deutlich besser als der Berliner Durchschnitt.
Förderprogramme und Engagement der Lehrkräfte
Die Schule setzt auf gezielte Förderung. Jana Löschke, Elternsprecherin und CDU-Bezirksverordnete, berichtet: „Die Schülerinnen und Schüler werden gefordert und gefördert.“ Ihre Tochter nimmt im kommenden Schuljahr an einem Begabtenprogramm für darstellendes Spiel teil. Das ONG bietet unter anderem das Programm „ONG-Drehtür“ an, in dem Schüler in speziellen Kursen Themen vertieft behandeln können. Im Programm „ONG+“ arbeiten die Kinder an selbst gewählten Entwicklungszielen in Bereichen wie Kunst, Technik oder Soziales.
Trotz des Rufs als Eliteschule betont Bretschneider: „Das ONG ist kein Eliten-Gymnasium.“ Löschke ergänzt: „Es ist eine Schule mit Begabtenförderung.“ Beide loben das Kollegium. Bretschneider ist „begeistert“ von den Lehrkräften, Löschke sagt, die Lehrer hätten „Lust“ auf das Unterrichten. Auch die Eltern sind engagiert und sammeln regelmäßig Spendengelder für die Schule.
Herausforderungen und Zukunftsaussichten
Die hohe Nachfrage führt zu einem intensiven Auswahlprozess. Viele Familien müssen sich mit Zweit- oder Drittwünschen begnügen. Die Schule selbst ist bestrebt, ihr Angebot weiterzuentwickeln. Mit einem Abiturschnitt von 1,8 und den vielfältigen Förderprogrammen bleibt das Otto-Nagel-Gymnasium eine erste Adresse für bildungshungrige Schüler in Marzahn-Hellersdorf.



