Sorbisch-Lehramtsstudium: Alle zwölf Plätze in Brandenburg belegt
Sorbisch-Lehramt: Alle zwölf Plätze belegt

Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) verzeichnet einen vollen Erfolg für ihr neues Studienangebot: Zum Wintersemester 2024/25 sind alle zwölf geplanten Plätze für das Grundschullehramt mit dem Zweitfach Sorbisch/Wendisch vergeben. Wie die Hochschule mitteilte, gingen exakt zwölf Bewerbungen für die Plätze ein – eine Quote, die bei den Verantwortlichen für Zufriedenheit sorgt.

Ein „Experiment“ mit klarem Signal

Kultur-Staatssekretär Tobias Dünow (SPD), der auch Beauftragter des Landes Brandenburg für die Angelegenheiten der Sorben/Wenden ist, hatte das Studienangebot bei seiner Vorstellung im April zunächst als „Experiment“ bezeichnet. Doch er betonte zugleich: „Es ist vor allem ein klares Signal, dass die Zukunft der sorbisch/wendischen Sprache und Kultur gesichert wird.“ Die Minderheitensprache in der Lausitz, die nur noch von wenigen Menschen gesprochen wird, soll mit diesem Schritt vor dem Aussterben bewahrt werden.

Die BTU selbst zeigt sich mit der Resonanz zufrieden. „Wir können davon ausgehen, dass das gut angenommen wird“, sagte eine Sprecherin zum Studienangebot am Standort Senftenberg. Allerdings ist der Auswahlprozess noch nicht abgeschlossen; die endgültige Zulassung der Bewerber steht noch aus. Die Hochschule rechnet mit einer hohen Annahmequote: „Wir gehen von einer hohen Annahmequote der Studieninteressierten aus“, teilte die BTU mit.

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Zwei Fächerkombinationen im Angebot

Die neuen Studiengänge umfassen zwei Fächerkombinationen: Mathematik/Sorbisch-Wendisch und Deutsch/Sorbisch-Wendisch. Für die Kombination mit Deutsch liegen neun Bewerbungen vor, für Mathe/Sorbisch-Wendisch drei. Die Lehrveranstaltungen sollen planmäßig zum Wintersemester starten. Voraussetzung für die Zulassung ist das Sprachniveau B1 in Niedersorbisch, was bedeutet, dass sich die Studierenden im Alltag verständigen können.

In der Lausitz, die sich über den Süden Brandenburgs und Teile Sachsens erstreckt, leben rund 60.000 Sorben und Wenden. Der Schutz dieser nationalen Minderheit ist in der Verfassung des Landes Brandenburgs verankert. Mit dem neuen Lehramtsstudium soll der Unterricht in sorbischer Sprache an Grundschulen langfristig gesichert werden.

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