Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) verzeichnet eine erfreuliche Nachfrage für ihr neues Studienangebot: Erstmals können angehende Lehrkräfte in Brandenburg Sorbisch/Wendisch als Zweitfach für die Grundschule studieren. Für die zwölf geplanten Studienplätze sind genau zwölf Bewerbungen eingegangen, wie die Hochschule mitteilte.
Neues Studienangebot soll sorbische Sprache bewahren
Das neue Lehramtsstudium soll die bedrohte Minderheitensprache in der Lausitz vor dem Aussterben bewahren. Nur noch wenige Menschen sprechen die alte westslawische Sprache. Kultur-Staatssekretär Tobias Dünow (SPD), Beauftragter des Landes Brandenburg für die Angelegenheiten der Sorben/Wenden, hatte das Angebot im April als „Experiment“ bezeichnet. Es sei jedoch ein klares Signal, dass die Zukunft der sorbisch/wendischen Sprache und Kultur gesichert werde.
BTU zeigt sich zufrieden mit der Resonanz
Die Hochschule ist mit der Nachfrage zufrieden. „Wir können davon ausgehen, dass das gut angenommen wird“, sagte eine Sprecherin zum Studienangebot am Standort Senftenberg. Allerdings ist der Auswahlprozess noch nicht abgeschlossen. Die Studiengänge in den Fächerkombinationen Mathematik/Sorbisch-Wendisch und Deutsch/Sorbisch-Wendisch sollen planmäßig zum Wintersemester starten. „Wir gehen von einer hohen Annahmequote der Studieninteressierten aus“, teilte die BTU weiter mit. Für die Kombination mit Deutsch liegen neun Bewerbungen vor, für Mathematik/Sorbisch-Wendisch drei.
Voraussetzung: Mittleres Sprachniveau in Niedersorbisch
Als Zulassungsvoraussetzung müssen künftige Studierende das Sprachniveau B1 in Niedersorbisch nachweisen. Dies bedeutet unter anderem, dass sie sich im Alltag verständigen können. In der Lausitz im Süden Brandenburgs und in Sachsen leben rund 60.000 Sorben und Wenden. Der Schutz dieser nationalen Minderheit ist in der Verfassung des Landes Brandenburgs verankert.



