In Brandenburg sind aktuell etwa 200 Kinder und Jugendliche als vermisst gemeldet. Wie Innenminister Jan Redmann (CDU) im Innenausschuss des Landtags mitteilte, waren mit Stand April 194 Minderjährige unter 18 Jahren als vermisst registriert. Davon waren 84 jünger als 14 Jahre.
Zwei Kinder aus Cottbus wieder aufgetaucht
Der Minister zeigte sich erleichtert, dass der Aufenthaltsort zweier vermisster Kinder aus Cottbus bekannt geworden ist. Die beiden galten seit August 2021 als verschwunden. Im Rahmen eines bundesweiten öffentlichen Aufrufs des Bundeskriminalamts hatte sich die Mutter bei der Polizei gemeldet. Die Hintergründe des Verschwindens sind noch nicht vollständig geklärt.
Hauptgrund: Familiäre Konflikte
Redmann erklärte, der häufigste Fall sei, dass bei sehr schwierigen familiären Situationen einzelne Sorgeberechtigte mit den Kindern untertauchten. Dies sei ein wiederkehrendes Muster. Er betonte jedoch, dass in 98 Prozent aller in Deutschland als vermisst gemeldeten Kinder und Jugendlichen diese wohlbehalten zurückkehrten. „Für uns gilt der Grundsatz: Bei einem vermissten Kind ist immer von einer Gefahr für Leib und Leben auszugehen, bis das Gegenteil feststeht“, sagte der Minister. Die Polizei arbeite eng mit Jugendämtern und anderen Behörden zusammen, um die Kinder zu finden und ihre Sicherheit zu gewährleisten.
Weitere Maßnahmen und Prävention
Die Landesregierung plant, die Präventionsarbeit zu verstärken. Dazu gehören Informationskampagnen für Eltern und Fachkräfte sowie eine bessere Vernetzung der Hilfsangebote. Redmann betonte, dass jedes vermisste Kind ernst genommen werde und die Einsatzkräfte sofort reagierten. Die Öffentlichkeit könne durch Hinweise einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung leisten.



