2200 Grundschüler erleben „Emil und die Detektive“ in der Philharmonie
2200 Kinder bei „Emil und die Detektive“ in Philharmonie

Ein besonderer Schultag erwartete 2200 Berliner Schülerinnen und Schüler: Statt im Klassenzimmer zu sitzen, durften sie in die Berliner Philharmonie gehen. Dort erlebten sie eine szenische Lesung von Erich Kästners berühmtem Roman „Emil und die Detektive“, begleitet vom Musikkorps der Bundeswehr. Schauspieler Dietmar Wunder las die Geschichte, während das Orchester unter der Leitung von Oberstleutnant Timor Oliver Chadik für die musikalische Untermalung sorgte.

Stiftung ermöglicht kulturelle Erlebnisse

Ermöglicht wurde das Konzerterlebnis durch die Becker-Kerner-Stiftung aus Hamburg. Diese wurde 2011 von Johannes B. Kerner und seiner damaligen Frau Britta Becker gegründet. Ziel der Stiftung ist es, Kinder und Jugendliche sowohl sportlich als auch kulturell zu fördern. Obwohl das Paar seit einigen Jahren geschieden ist, arbeiten sie weiterhin gemeinsam in der Stiftung. „Inzwischen sind auch drei unserer erwachsenen Kinder mit dabei“, erzählt Britta Becker, die an diesem Freitagvormittag jede Schulklasse in der Lobby der Philharmonie persönlich begrüßt und Fotos macht.

Kostenlose Konzerte für Grundschulen

„Nur Sportförderung war uns zu wenig. Wir wollen auch die Freude an Musik und Literatur wecken und Kindern unvergessliche Erlebnisse schenken“, sagt die Stiftungsgründerin. In Kooperation mit dem Musikkorps der Bundeswehr finden die Konzerte für Grundschüler nicht nur in der Hamburger Elbphilharmonie und in Berlin statt, sondern auch in Düsseldorf und demnächst in München. Eingeladen wurden diesmal vierte, fünfte und sechste Klassen aus Berlin, Potsdam und Brandenburg – vor allem aus Schulen, für deren Schüler ein Konzertbesuch nicht selbstverständlich ist. Sämtliche Kosten trägt die Stiftung; die Schulen müssen lediglich den Ausflug planen und die Anreise organisieren.

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Begeisterung bei jungen Zuhörern

Die Lehrerin Dorothea Hans von der Grundschule im Bürgerpark in Marzahn ist mit 140 Kindern gekommen. „Wir haben dafür den kostenlosen Kulturbus genutzt“, erzählt sie. Einige ihrer Schüler sind bereits zum zweiten Mal dabei. Die Freundinnen Karolina (13), Lilly (12) und Paula (11) aus der sechsten Klasse kennen die Geschichte von Emil und der Jagd auf den Dieb bereits. „Es hat uns so gut gefallen, dass wir noch mal mitgekommen sind“, sagen sie. Für das Konzert haben sie sich extra schön angezogen. Paula spielt selbst Klavier, Karolina die Ukulele, und ihnen gefällt, dass man in der Geschichte auch etwas über Berlin erfährt.

Mitreißende Aufführung

Pünktlich um 11 Uhr begrüßen Britta Becker, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch und Oberst Christoph Scheibling, Leiter des Zentrums für Militärmusik, das aufgeregte junge Publikum. Dann beginnt die Geschichte von Emil aus Neustadt, der von seiner Mutter einen Umschlag mit 140 Mark bekommt, um ihn der Großmutter nach Berlin zu bringen. Dietmar Wunder, die deutsche Synchronstimme von James-Bond-Darsteller Daniel Craig, lässt die Figuren mit Berliner Mundart lebendig werden. Das Orchester untermalt die Handlung mit passenden Klängen – von Straßenbahngeklingel bis Autohupe. Die Kinder lassen sich mitreißen, rufen im Chor „Parole Emil!“ und jubeln, als der Dieb überführt wird. Orchester, Dirigent und Vorleser werden mit großem Applaus belohnt.

Nachhaltige Wirkung

„Das war nur ein Teil der Geschichte – bittet eure Eltern, mit euch das ganze Buch zu lesen“, fordert Dietmar Wunder die Kinder auf. Zum Abschluss dürfen ein Mädchen und ein Junge auf die Bühne kommen und selbst das Orchester dirigieren. „Die Freude der Kinder zu sehen, ist für mich immer wieder das Schönste. Bisher konnten wir mit der Stiftung 30.000 Schülern so ein Erlebnis ermöglichen“, sagt Britta Becker. Gestärkt mit einem Sandwich von Stiftungssponsor Harry Brot geht es für die Kinder zurück in die Schulen. Erich Kästner hätte seine Freude an diesem Ausflug gehabt.

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