Berlin-Wahl 2026: Linke fordert Mietendeckel und kostenloses Deutschlandticket
Berlin-Wahl 2026: Linke präsentiert Wahlprogramm

Die Linke in Berlin hat ihr Wahlprogramm für die Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 vorgestellt. Spitzenkandidatin Elif Eralp setzt dabei auf die Themen Mietensenkung, Bildungsgerechtigkeit und bezahlbaren Nahverkehr. Zentrale Forderung ist ein Mietendeckel für landeseigene Wohnungsunternehmen sowie die Wiedereinführung des 9-Euro-Sozialtickets.

Mietendeckel und Räumungsstopp angekündigt

Eralp kündigte ein Sofortprogramm für den Mieterschutz an. Dieses sieht einen Mietendeckel und einen Räumungsstopp bei landeseigenen Wohnungsunternehmen vor. Zudem soll ein Landesamt für Mieterschutz gegründet werden, das gegen überhöhte Mieten vorgeht. Die Linke bietet bereits einen kostenlosen Mietwucher-Rechner an. Laut Eralp haben ihn über 100.000 Menschen genutzt. Bei 70 Prozent der angezeigten Mieten seien diese 70 Prozent zu hoch gewesen. Bei einer Absenkung auf die ortsübliche Vergleichsmiete würden Mieter 260 Millionen Euro im Jahr zurückbekommen. „Der Mieterschutz scheitert nicht an Ideen, sondern an mangelndem politischen Willen“, sagte Eralp.

Bildung: Gemeinschaftsschulen stärken

In der Bildungspolitik will die Linke die Zahl der Gemeinschaftsschulen in den nächsten fünf Jahren verdoppeln. Eralp kritisierte, der Senat fördere Gymnasien und Privatschulen, während bei Gemeinschaftsschulen gekürzt werde. Dabei entkoppelten diese die Bildungschancen nachweislich von der sozialen Herkunft. Zudem fordert die Partei einen Schulpsychologen an jeder Schule.

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ÖPNV: Sozialticket für 9 Euro, kostenloses Deutschlandticket für Berlin-Pass-Inhaber

Im Verkehrsbereich will die Linke die Ticketpreise im ÖPNV ab 2028 nicht weiter steigen lassen. Das Sozialticket soll wieder 9 Euro kosten – es war zuvor von 9 auf 19 und dann auf 27,50 Euro gestiegen. Wer einen Berlin-Pass besitzt, soll das Deutschlandticket kostenlos erhalten. Für Senioren soll das regulär 63 Euro teure Ticket vergünstigt angeboten werden. Die S-Bahn wollen die Linken zurück in Landeshand überführen, ohne konkrete Kosten zu nennen.

Weitere Forderungen und Finanzierung

Die Linke will den eintrittsfreien Museumssonntag wieder einführen, den Schwarz-Rot gestrichen hatte. Schüler bis 18 Jahre sollen kostenlos die Berliner Bäderbetriebe nutzen können. Zur Finanzierung plant die Partei, die Grunderwerbssteuer um 0,5 Prozent auf 6,5 Prozent anzuheben – das Niveau Brandenburgs. Eine Steuer auf den Kauf von Luxusvillen (Verkaufspreis über vier Millionen Euro) soll zusätzlich 200 Millionen Euro pro Jahr einbringen. Genauere Pläne will die Linke noch vorlegen. Eralp versicherte, das Programm sei durchgerechnet und umsetzbar. „Wir wollen das Gegenmodell zu der unsozialen und spaltenden Politik von Schwarz-Rot hier in Berlin und von Schwarz-Rot im Bund sein“, gab sie die Richtung vor.

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