Zwei Monate vor der Berlin-Wahl am 20. September 2026 können die Bürgerinnen und Bürger bereits die Briefwahlunterlagen beantragen. Der Versand erfolgt jedoch erst ab dem 10. August, wie Landeswahlleiter Stephan Bröchler auf dpa-Anfrage mitteilte. Grund dafür ist die Erstellung des Wählerverzeichnisses, dessen Stichtag der 7. August ist. Ab dem 10. August werden dann sowohl die Wahlbenachrichtigungen als auch die Briefwahlunterlagen an diejenigen verschickt, die bereits einen Antrag gestellt haben.
Steigender Trend zur Briefwahl
Der Anteil der Briefwähler ist in den letzten zehn Jahren bundesweit und auch in Berlin deutlich gestiegen. Bröchler erwartet für die diesjährige Wahl einen Anteil von rund 45 Prozent. „Briefwahl ist immer weniger die Ausnahme und wird immer mehr der Regelfall“, sagte er. Diese Entwicklung zeigt, dass die Briefwahl für viele Wähler zur bevorzugten Methode geworden ist.
Neuerungen bei der Stimmabgabe
Erstmals gibt es bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin nur noch einen Stimmzettel, der sowohl die Erst- als auch die Zweitstimme umfasst. Bisher waren zwei separate Stimmzettel üblich. Diese Änderung soll den Wahlprozess vereinfachen. Die Briefwahlunterlagen bestehen aus einem Wahlschein, den amtlichen Stimmzetteln, einem weißen Stimmzettelumschlag, einem roten Wahlbriefumschlag und einem Merkblatt.
Beantragung der Briefwahlunterlagen
Eine zentrale Stelle für die Beantragung gibt es nicht; zuständig sind die jeweiligen Bezirkswahlämter. Die Adressen finden sich auf den Websites der Bezirksämter. Anträge können ab sofort per Post gestellt werden, ab dem 10. August auch per E-Mail oder persönlich in einer Briefwahlstelle des Bezirks. Telefonische Anträge sind nicht möglich. Der Antrag muss Name, Vorname, Geburtsdatum, die Berliner Adresse sowie gegebenenfalls eine abweichende Versandanschrift enthalten. Bei postalischen Anträgen ist eine Unterschrift erforderlich.
Fristen für die Briefwahl
Briefwahlanträge können grundsätzlich bis zum 18. September um 15:00 Uhr gestellt werden, dem Freitag vor der Wahl. Entscheidend ist jedoch, dass die Wahlunterlagen am Wahltag, dem 20. September, bis 18:00 Uhr im zuständigen Wahlamt eingegangen sind. Bröchler empfiehlt, die Unterlagen spätestens am 17. September per Post zurückzuschicken. Wer die Briefwahl direkt in einer Briefwahlstelle vor Ort durchführt, umgeht das Risiko von Postlaufzeiten.
Weitere Informationen
Ein Briefwahlantrag befindet sich auch auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung. Zudem können die Unterlagen über einen QR-Code elektronisch beantragt werden. Insgesamt nehmen 21 Parteien an der Berlin-Wahl 2026 teil, weniger als bei früheren Wahlen.



