Berliner CDU-Vorstoß für U-Bahn-Zugangssperren stößt auf Kritik
CDU-Vorstoß für U-Bahn-Zugangssperren in Berlin kritisiert

Nach einem Vorstoß der Berliner CDU-Fraktion, Zugangssperren an U-Bahnhöfen zu testen, regt sich breiter Widerstand. Die Idee, ähnliche Kontrollen wie in London oder Paris einzuführen, stößt bei Koalitionspartner SPD und der Senatsverwaltung auf deutliche Kritik.

CDU-Forderung nach geschlossenem U-Bahn-System

Die Berliner CDU-Fraktion spricht sich für die Erprobung von Zugangssperren bei der U-Bahn aus. In einem Antrag an den Senat, der am vergangenen Wochenende (13./14. Juni) auf einer Klausurtagung in Stromberg (Rheinland-Pfalz) beschlossen wurde, heißt es: „Das langfristige Ziel ist der Aufbau eines durchgängig modernisierten, automatisierten und geschlossenen U-Bahn-Systems.“ Die CDU argumentiert, dass ein solches System zahlreiche Vorteile für Fahrgäste, Verkehrsbetriebe und die öffentliche Sicherheit biete. Das Pilotprojekt solle zunächst auf den Linien U5, U7 und U8 eingeführt werden. Die Erfahrungen sollen dann als Grundlage für eine Ausweitung auf andere Linien dienen. CDU-Fraktionschef Dirk Stettner betonte: „Wir wollen die Berliner U-Bahn sicherer, sauberer und verlässlicher machen.“

Kritik von SPD und Senatsverwaltung

Der SPD-Abgeordnete Jan Lehmann (Kaulsdorf und Hellersdorf) äußerte gegenüber der „Berliner Zeitung“ Bedenken: In den meisten Bahnhöfen sei der Platz für Zugangssperren gar nicht ausreichend. Matthias Kollatz (SPD) ergänzte: „In engen Stationen könnten Sperren bei großem Fahrgastandrang oder im Brandfall gefährliche Stausituationen verursachen.“ Auch die Senatsverwaltung von Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) äußerte sich skeptisch. Auf eine Anfrage Lehmanns aus dem Jahr 2025 erklärte sie, dass an allen Zugängen Sperren installiert werden müssten, was eine Umsetzung von Ticketautomaten erforderlich mache. Zudem sei unklar, wie mit Aufzügen verfahren werden solle, die direkt zu den Gleisen führen. Die Senatsverwaltung stellte fest: „Ein direkter Zusammenhang zwischen Fahrscheinbesitz und Rettungseinsätzen, Störungen oder Betriebsvorkommnissen ist nicht erkennbar.“ Der Nutzen der Sperren bleibe daher unklar.

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Zukunft des Pilotprojekts

Die Zugangskontrollen sind auch Teil des Wahlprogramms der Berliner CDU für die Abgeordnetenhauswahl am 20. September. Die Debatte über die Einführung eines geschlossenen U-Bahn-Systems wird damit voraussichtlich weiter anhalten.

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