Die Sekundarschulwahl im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg zeigt eine bemerkenswerte Kontinuität: Die drei Integrierten Sekundarschulen (ISS) Sophie-Scholl, Carl-Zeiss und Gustav-Heinemann vereinten erneut rund die Hälfte aller Erstwunsch-Anmeldungen auf sich. Dies geht aus der aktuellen Auswertung der Bezirkszahlen hervor, die ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Anmeldungen und Kapazitäten bescheinigt. Dennoch hatten Schulen ohne Oberstufe auch im Jahr 2026 einen schweren Stand.
Die Dominanz der drei Evergreens
Von insgesamt zwölf ISS und Gemeinschaftsschulen im Bezirk entfielen auf die drei Spitzenreiter etwa 50 Prozent der Erstwünsche. Die Sophie-Scholl-Schule, die Carl-Zeiss-Schule und die Gustav-Heinemann-Schule sind damit die unangefochtenen Favoriten unter den Siebtklässlern und ihren Eltern. Diese Konstanz über mehrere Jahre hinweg zeigt, dass die Reputation und das Angebot dieser Schulen bei den Familien besonders geschätzt werden.
Herausforderungen für Schulen ohne Oberstufe
Die Analyse der Bezirkszahlen offenbart jedoch auch Schattenseiten: Schulen, die keine eigene Oberstufe anbieten, hatten es erneut schwerer, genügend Anmeldungen zu erhalten. Laut der Auswertung des Bezirks führte dies zu einem ungleichen Verteilungskampf, bei dem kleinere Schulen ohne Oberstufe oft leer ausgingen. „Die Schere zwischen den stark nachgefragten und den weniger gefragten Schulen wird immer größer“, erklärte die zuständige Schulstadträtin. „Wir müssen Wege finden, um auch diese Schulen attraktiver zu machen und langfristig zu sichern.“
Ausgewogenes Verhältnis trotz Ungleichgewicht
Trotz der Dominanz der drei Spitzenreiter betont der Bezirk, dass das Verhältnis zwischen Anmeldungen und Kapazitäten insgesamt ausgewogen sei. Die meisten Schulen konnten ihre Plätze vollständig belegen, und nur wenige Kinder mussten auf eine Zweit- oder Drittwunschschule ausweichen. Dennoch bleibt die Frage nach der Zukunft der Schulen ohne Oberstufe bestehen, da sie zunehmend unter Druck geraten.
Blick auf die kommenden Jahre
Die Schulstadträtin kündigte an, dass der Bezirk in den nächsten Jahren verstärkt auf Beratung und Information setzen werde, um Eltern und Schülern die Vielfalt der Schulangebote näherzubringen. „Es ist wichtig, dass alle Schulen eine faire Chance bekommen“, so die Stadträtin. „Wir arbeiten daran, das Profil jeder Schule zu schärfen und ihre Stärken sichtbar zu machen.“ Mit Blick auf die steigenden Schülerzahlen in Berlin bleibt die Sekundarschulwahl ein zentrales Thema für die Bildungsplanung.



